Wachenheim Fenstergeschichte(n): Eine biblische Gewalttat in Glas

In der Edith-Stein-Kirche zeigt ein Fenster, wie Kain seinen Bruder Abel erschlägt.
In der Edith-Stein-Kirche zeigt ein Fenster, wie Kain seinen Bruder Abel erschlägt.

Als ersten Gewaltakt der Menschen schildert die Bibel den Mord Kains an seinem Bruder Abel. Die Tat steht sinnbildlich für menschliches Vergehen und Unrecht. In einem Fenster an der Ostseite der Wachenheimer Edith-Stein-Kirche zeigt Glasmaler Valentin Feuerstein (1917 bis 1999) die Tat in aller Deutlichkeit: Abel liegt schreiend am Boden, Kain hält ihn fest und holt zum Schlag aus. In der Bibel wird beschrieben, wie jeder der Brüder ein Opfer darbringt. Weil Gott „gnädig“ auf das von Abel blickt, nicht aber auf das von Kain, gerät der in Zorn. Getrieben von Neid und Wut, tötet er seinen Bruder. Die Symbolik lässt sich auch im Hinblick auf die Menschheitsgeschichte deuten. Kain ist Ackerbauer, Abel Hirte. Der eine steht für sesshaftes, der andere für umherziehendes Dasein. Aus diesem Gegensatz entstanden schon früh Konflikte. Nomadenstämme wurden unterdrückt, verfolgt und vertrieben und ihre Ausgrenzung dauert in vielen Regionen bis heute an.

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