Wachenheim
Fenstergeschichte(n): Die Unschuld der Lämmer
Die Glasmalereien sind hier von Valentin Feuerstein (1917-1999). Im großen Westfenster stellt der Künstler die „Offenbarung des Johannes“ dar. Dieses prophetische letzte Buch des Neuen Testaments wurde von der frühen Kirche dem Apostel Johannes zugeschrieben und beschreibt detailreiche Vorstellungen von der Apokalypse. Ganz oben im Fenster ist das Lamm vor Gottes Thron platziert. Das weiße Lamm gilt als Sinnbild der Reinheit, der Unschuld und des Lebens. Es wurde zu einem zentralen Christussymbol in der bildenden Kunst. Als Agnus Dei verkörpert es in vielen Darstellungen den Gottessohn, der zur Vergebung der Sünden geopfert wird. „Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt!“ heißt es in der christlichen Bildsprache. Feuerstein setzt mit roter Farbe Akzente auf die Rolle des ergebenen, friedfertigen Lamms als Opfertier: Das wollige Weiß erscheint durchtränkt mit Blut, ergänzt vom tropfenförmigen Rot unter seinen Füßen. Von Tier und Thron fließt zugleich der Strom mit dem kristallklaren Wasser des Lebens. Nach christlichem Glauben siegt Jesus durch seinen Opfertod über Sünde und Sterben und erlöst so die Menschheit.