Fussball
Ende mit Schrecken: TuS Friedelsheim zieht Mannschaft aus der A-Klasse zurück
Der TuS Friedelsheim hat seine Mannschaft vom Spielbetrieb der Fußball-A-Klasse Rhein-Mittelhaardt abgemeldet. Nach der Entwicklung der vergangenen Wochen hat sich dies angekündigt und kommt keinesfalls überraschend, sondern ist eher ein logischer Schritt. „Dennoch ist uns eine solch schwerwiegende Entscheidung nicht leichtgefallen“, sagt Vorsitzender Günter Münch, wobei riesengroße Enttäuschung in seinen Worten mitschwingt. Damit spricht er auch im Namen seiner Vorstandskollegen und Spielleiter Ralf Helfer.
Sie alle und Trainer Sven Böhler, der wenige Wochen zuvor Nachfolger von Nicolas Wrede geworden war, waren zwei Stunden zusammengesessen und hatten die Vor- und Nachteile der Abmeldung diskutiert. „Durchaus kontrovers“, wie Münch anmerkte. Alle bisherigen Spiele des TuS werden annulliert, was für die Konkurrenz ohne Auswirkung bleibt, da Friedelsheim sämtliche Partien verloren hat. Ein Neuanfang – sollte es ihn geben – müsste in der C-Klasse starten.
Die Hauptkritikpunkte fasste Böhler schon vor gut einer Woche in einem Satz zusammen: „Der Mannschaft fehlen Disziplin, Biss, Bereitschaft, Ehrgeiz und der Teamgedanke.“ In die gleiche Kerbe hieb Münch mit den Worten: „So wie man trainiert, so spielt man auch: kraftlos und lustlos. In der A-Klasse geht das nicht.“ Genau genommen trainierten aber ohnehin nur wenige Akteure. In der Woche vor dem zuletzt angesetzten Spiel gegen Gommersheim hätten sich laut Böhler nur drei Spieler zum Freitagtraining angemeldet.
Wie er und Münch erwähnten, hätten einige Spieler stattdessen schon bei anderen Vereinen mittrainiert und erzählt, der TuS würde sich abmelden. Böhler verließ daraufhin die WhatsApp-Gruppe des Teams. Der Coach berichtet, dass bei seinem ersten Training etliche Spieler „ordentlich gepumpt hätten“, was ein Schlaglicht auf die fehlende Fitness der Akteure wirft. Bei den Partien war es nicht besser. „Da gab es drei Stunden vor dem Spiel Absagen, einzelne Akteure haben ihre Mitspieler beleidigt, dazu gab es viele Gelbe, Gelb-Rote und Rote Karten, meistens wegen Meckerns“, listet Münch die Verfehlungen auf.
Böhler hatte früh geäußert, dass jede durchschnittliche B-Klasse-Mannschaft den TuS schlagen würde, weil deren Spieler Kumpels seien und mit mehr Lust Fußball spielten als Friedelsheim. „Disziplinlos, charakterlos und nur auf sich selbst schauend“, beschreibt Münch einen Großteil des Teams. Nur einige wenige hätten hinter den Trainern und dem Verein gestanden und bedauerten die Entwicklung.
Der Niedergang zeichnete sich schon in der vorigen Runde ab, als der damalige Coach Wrede kurzzeitig zurücktrat – ein Hilferuf. Als er wieder zurückkam, berappelte sich das Team und wurde am Ende Siebter. Dass man dazu 38 Spieler benötigte und das Team wild zusammengewürfelt war, hätte zu denken geben müssen. In der neuen Saison gab es jedoch schon früh Unruhe und deutliche Niederlagen. „Irgendwie haben sich dann Disziplinlosigkeiten eingeschlichen, die Gangart und die Tonart im Training und bei den Partien wurden zusehends rauer“, hatte Münch festgestellt.
Führungsspieler hätten angefangen, die Autorität des Trainers zu untergraben. Unterirdische Leistungen, schlechte Moral, fehlende Abmeldungen, Nichterscheinen zum Training und zu Spielen seien gefolgt. Wrede trat nachvollziehbar zurück. Die Hoffnung, dass es unter Böhler besser werden würde – mit neuem Schwung, neuem Stil und neuen Spielformen – war ein Trugschluss.
Die Spieler hätten die Arbeit des Übungsleiters gelobt, aber nur das kleine Häuflein der Aufrechten, das zum Training erschien. „Definitiv hat es nicht an den beiden Trainern gelegen“, betont Münch. Mit ihrem Verhalten hätten die Spieler versucht, eine Abmeldung herbeizuführen. Letztlich ist es so gekommen.