Bad Dürkheim „Ein paar Stimmen haben gefehlt ...“

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„Wachenheim war genial, Benni. Aber ein paar Stimmen haben gefehlt...“ So erklärte Torsten Bechtel gestern um 19.06 Uhr einem seiner Söhne den Wahlausgang in der Verbandsgemeinde aus seiner Sicht. 138 Stimmen mehr, und der CDU-Bewerber hätte auf Anhieb die Bürgermeisterwahl gewonnen. So muss er am 31. Mai in die Stichwahl gegen Birgit Stegmann. Die parteilose Bewerberin für die SPD setzte sich letztlich deutlich gegen Birgit Blaul von der FWG durch.

Als Birgit Blaul um 18.40 Uhr mit ihrem Mann im VG-Ratssaal eintrifft, ist sie bereits geschlagen. Ihre Bluse im Batikstil in Rot, Schwarz und Gold passt zwar farblich exakt zu den Grafikfarben auf der Großleinwand, aber deren Balken korrespondieren nicht mit ihr: Rund 200 Stimmen liegt sie nach vier von fünf Stimmbezirken hinter Stegmann, diese wiederum exakt 200 Stimmen hinter Bechtel. Und der weiß: Wachenheim II wird klar an ihn gehen. Dennoch werden der 45-Jährige und seine Anhänger unter den knapp 100 Menschen im Saal nochmals gut 20 Minuten auf die Folter gespannt. „Dort war die absolut höchste Wahlbeteiligung“, bricht Bechtel eine Stange für die Wahlhelfer im Bezirk II, die „doppelt so viele Stimmen auszählen müssen wie alle anderen.“ Für ihn lohnt das Warten: Gut 65 Prozent als i-Tüpfelchen auf sein Gesamtergebnis: Er geht mit knapp 47 Prozent und breiter Brust ins Stechen gegen Stegmann in drei Wochen. Weiß aber, dass dies erst der halbe Weg ist: „Vor der Stichwahl haben im Moment beide wieder null Stimmen...“ Birgit Stegmann im weißen Etuikleid war als Erste aus dem Bewerbertrio da. Und verbucht mit 40 Prozent in Friedelsheim auch den ersten Etappensieg. „Ellerstadt hat sie auch gewonnen“ – der Buschfunk ist schneller als der Computer. Freilich ist auch ihr klar, was VG-Beigeordneter Helmut Rentz als Wahlleiter relativiert: „Entscheidend ist Wachenheim.“ Fast wie gerufen tritt um 18.25 Uhr Torsten Bechtel auf, samt Familie und pünktlich zum ersten Wachenheimer Ergebnis noch vor dem Ellerstadter. Gut 58 Prozent für den Stadtbürgermeister– diese zwischenzeitliche Gesamtführung gibt er nicht mehr ab. Dennoch ist Stegmann am Ende zufrieden: „Vor 13 Wochen kannte mich hier kaum eine Menschenseele. Jetzt stehe ich in der Stichwahl und habe drei von fünf Stimmbezirken gewonnen. Das ist doch nicht so schlecht, oder?“ Denn die 54-Jährige entscheidet auch den internen Gönnheimer Direktvergleich gegen Blaul (40) doch recht deutlich für sich. Birgit Blaul hat von den Dreien am wenigsten Wahlkampf gemacht und gar keinen an der Haustür. Was ihr auch im Nachhinein nicht leidtut, wie sie sagt. Für Bechtel und Stegmann geht es genau damit jetzt weiter. „Es liegen noch drei Wochen harte Arbeit vor uns, um all diejenigen noch mal an die Urne zu bekommen, die mich heute gewählt haben. Und noch einige mehr zu überzeugen.“ Es sind die Worte von Torsten Bechtel – aber es könnten genauso die von Birgit Stegmann sein ... (psp)

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