Bad Dürkheim Ein lebendiger Adventskalender

„Und wenn das fünfte Lichtlein brennt – dann hast Du Weihnachten verpennt“. Dieses kleine Gedicht haben die elf Kinder der Trachten- und Volkstanzgruppe Weisenheim am Berg am Montag beim lebendigen Adventskalender aufgesagt. Außerdem haben sie „Kling Glöckchen“ und „Jingle Bells“ gesungen und mit Schellenringen und Rasseln dazu Musik gemacht. Rosemarie Haas, ihre Betreuerin bei den Übungsstunden, hat für die Erwachsenen noch ein Gedicht von Waltraud Meißner vorgelesen. Das ist eine Dürkheimer Dichterin, die ihre Gedichte und Geschichten im Pfälzer Dialekt schreibt. In Weisenheim am Berg gibt es jetzt seit 2006 einen lebendigen Adventskalender. Nicht so einen, wie Du ihn kennst, mit Schokolade oder Spielsachen gefüllt. Bei einem lebendigen Adventskalender ist jedes Türchen ein anderes Haus im Dorf. Man erkennt es schon Wochen vorher daran, dass, wie bei einem normalen Adventskalender, die Leute „ihre“ Zahl schon am Fenster, an der Hauswand oder am Tor dekoriert haben. Die Familie, die in dem jeweiligen Haus wohnt, lädt die anderen Leute aus dem Dorf ein. Zu trinken gibt es Glühwein und Kinderpunsch, ein paar Lebkuchen liegen auch immer bereit. Aber das Wichtigste ist der eigentliche Inhalt des Adventskalenders. Den gestaltet jeder so, wie er es am liebsten hat. Es werden Geschichten vorgelesen oder erzählt – lustige und auch besinnliche. Und bei manchen Leuten wird auch gesungen. Wie jetzt auch bei der Trachten- und Volkstanzgruppe. Und weil die ja aus ganz vielen Familien besteht, war das Kalendertürchen diesmal am Bürgerhaus. Dort hat die Trachtengruppe nämlich ihren Übungsraum. Bis zum 23. Dezember geht es in Weisenheim noch von Tür zu Tür. Und weil da jeden Abend ungefähr 30 Leute unterwegs sind, bringt jeder seine Tasse selbst mit. Da muss ich mit meinem Bruder Nals und Oma Nagute unbedingt mal vorbeischauen. (gww)