Wachenheim
Ein besonderer Wachenheimer: Dieter Weilacher ist jetzt Ehrenbürger
Großer Bahnhof für Dieter Weilacher in der Lutherischen Kirche: Vor etwa 160 geladenen Gästen aus dem öffentlichen Leben, Weggefährten und nicht zuletzt seiner Familie wurde der 80-Jährige ausgezeichnet. Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU) nannte die Verleihung ein „einmaliges Ereignis in den letzten 50 Jahren und hochverdient“. Es sei ihm eine große Ehre, einem Mitbewohner den Ehrenbrief überreichen zu dürfen, betonte er. Gegen die Entscheidung, Weilacher zum Ehrenbürger zu ernennen, sei nicht der geringste Einwand erhoben worden, was wohl als Zeichen dafür zu werten sei, dass sie „über allen Zweifel erhaben“ sei – und das in einer Stadt, die er durchaus als diskussionsfreudig erlebe, sagte Bechtel.
Glücksfall für Burg und Stadt
15 Jahre lang sei man bei der gegenseitigen Anrede beim förmlichen „Sie“ geblieben, schilderte der Bürgermeister, was er als Zeichen dafür verstand, bei den Verhandlungen die nötige Distanz zu wahren, wenn es um eine gemeinsame finanzielle Kraftanstrengung für die Burg ging. Weilacher sei ein „Glücksfall“ für den in diesem Jahr 40 Jahre alt werdenden Förderkreis, dessen Gründungsmitglied Weilacher ist, in dem er 38 Jahre dem Vorstand angehörte und dessen Vorsitzender er 25 Jahre lang war. Die Wachtenburg sei sein „zweites Zuhause“ geworden. Das sei nur möglich gewesen, weil seine Frau Christa dieses Engagement mitgetragen habe.
Der Verhandlungspartner von der Denkmalschutz-Seite, Peter Karn, hatte, weil er selbst nicht anwesend sein konnte, einen Brief geschrieben. Die Termine auf der Wachtenburg hätten immer zu den „angenehmsten und produktivsten“ gehört, weshalb er sich Weilacher und der Stadt Wachenheim verbunden fühle. Man sei sich immer rasch über die Vorgehensweise einig geworden. Der Förderverein habe über Jahrzehnte „Großartiges erreicht“. „Für diese unfassbare Leistung vielen Dank“, sagte Bechtel beim Überreichen der Ehrenbürgerurkunde.
Wahrzeichen des gesamten Landkreises
Die Ehrenbürgerwürde sei die höchste Ehrung, die einem Bürger verliehen werden könne, ordnete Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) die Auszeichnung ein. Sie sei Ausdruck der kommunalen Selbstverwaltung, beim Kreis Bad Dürkheim freue man sich jedoch mit. Die Wachtenburg sei nicht bloß das Wahrzeichen Wachenheims, sondern des gesamten Landkreises, erklärte der Landrat. Weilacher sei bei den Arbeiten auf der Burg immer vorweg gegangen, habe seine Mitstreiter motiviert und dicke Bretter gebohrt. „Was wäre der Tourismus an der Weinstraße, wenn sich niemand um deren Baudenkmäler kümmern würde?“, fragte der Landrat.
Weilacher habe es verstanden, seine berufliche Erfahrung als gelernter Maurermeister und Bauleiter zugunsten der Burg einzusetzen, hatte Willy Bohl, Weilachers Nachfolger beim Förderkreis, festgehalten. Es sei ihm gelungen, nach jahrelanger Planung die unterirdischen Funktionsräume mit Museum durchzusetzen. „Er konnte mit seiner direkten Ansprache Menschen für die Burg gewinnen und wusste seine Frau Christa immer an seiner Seite“, sagte Bohl. Weilacher habe die Hälfte seines Lebens, nämlich 40 Jahre, der Burg gewidmet.
„Wir haben die Fäden gezogen“
„Das Ganze ist eine große Ehre für mich“, bedankte sich der Neu-Ehrenbürger. In den ganzen 38 Jahren, in denen er im Vorstand des Förderkreises war, habe es nie eine bösartige Diskussion gegeben, „jeder hat seine Arbeit gemacht“. Die Sanierung der großen Mauer ins Tal und der Funktionsbau seien ein finanzieller Kraftakt für Verein und Stadt gewesen. Seine Aufgabe habe im Wesentlichen darin bestanden, Schäden zu dokumentieren und anschließend nötige Sanierungen anzustoßen, beschrieb Weilacher seinen Part. 44 Sanierungen seien so zustande gekommen. „Wir haben mit allen Institutionen gut zusammengearbeitet, aber die Fäden gezogen haben wir“, betonte Weilacher stolz.
Die Wachenheimer Landfrauen sorgten für das leibliche Wohl der geladenen Gäste, Frank Metzger und Matthias Denhoff sorgten mit Saxophon und Klavier für heiter-leichte musikalische Begleitung des Abends.