Fußball
Eberle und Policella schießen TuS Friedelsheim zum Sieg
„In der ersten Halbzeit haben wir allerdings in allen Belangen eine schlechte Leistung geboten“, gibt der verletzt pausierende Spielertrainer Nicolas Wrede offen zu. Er monierte fehlende Laufbereitschaft und Fehlpässe am Fließband.
„Da waren wir viel zu träge und hatten keinen Zugriff auf Spiel und Gegner. Wir hätten zur Pause auch 0:2 oder 0:3 zurückliegen können“, ergänzt der Coach. So blieb es aber bei einem Gegentreffer, ein Eigentor von Außenbahnspieler Brian Burger, der nach einem Freistoß zuletzt mit dem Kopf am Ball war (6.). Die gute Stimmung vor dem Spiel konnte nicht aufs Feld übertragen werden.
In der Halbzeit wurde der Übungsleiter laut, bemängelte das gegenseitige Kritisieren auf dem Platz und nannte den Auftritt peinlich. „Es waren etliche Friedelsheimer Zuschauer und auch unser Sponsor dabei. Auch deshalb wollten wir im zweiten Abschnitt ein anderes Gesicht zeigen“, verdeutlicht Wrede. Seine Umstellungen – er zog Serdal Cakir wieder in die Abwehr zurück und beorderte Joshua Eberle in den Angriff – trugen Früchte, auch weil das jetzt angewandte 3-5-2-System funktionierte. Mit verbesserter Einstellung, verbunden mit größerer Lauffreude, kam der TuS auch zu mehr Möglichkeiten als vor dem Pausenpfiff.
Eberle hätte bei einer großen Chance rasch ausgleichen können und erzielte nach einer guten Stunde dann auch tatsächlich das 1:1, als er nach einem schönen Angriff den Querpass von Sturmpartner Alessio-Manuele Policella verwertete (62.). Friedelsheim setzte nach, und ging schon zwei Minuten später in Führung. Der im Feld eingewechselte etatmäßige Torwart Philipp Wiebelskircher initiierte den Angriff, bediente Aleksander Gajic, der sich gut durchsetzte und die Vorlage für den Torschützen Eberle lieferte. Den Schlusspunkt setzte Policella, der einen an Nino Mettbach verursachten Foulelfmeter in der Nachspielzeit zum 3:1 verwandelte (90.+2).
„Dank der klaren Leistungssteigerung nach dem Wechsel haben wir die Begegnungen aus dem Feuer gerissen. Wir haben Siegeswillen gezeigt und Lingenfeld zu vielen lang geschlagenen Bällen gezwungen, die wir gut verteidigt haben“, resümiert Wrede. Er hob den starken Dario Morys hervor, der nach langer Verletzungspause als Innenverteidiger eine überragende Vorstellung abgeliefert hatte. „Dario hat sich immer wieder in unsere Angriffe miteingeschaltet und so viele Akzente gesetzt“, lobt Wrede den früheren Akteur des VfR Friesenheim, der voll überzeugte.