Bad Dürkheim Durchfahrer sollen raus
Wachenheims Innenstadt leidet am Straßenverkehr. Das ist keine neue Erkenntnis. Sie ist nun aber dank eines Verkehrsgutachtens mit Zahlen unterfüttert. Das war nötig, um die anstehende Stadtsanierung vorzubereiten.
Wenn alles gut geht, soll es nun im Herbst mit der Stadtsanierung losgehen, so Burkhard Ort. Der Beigeordnete hat sich intensiv mit dem Verkehrsgutachten des Ingenieurbüros Bauer aus Jockgrim auseinandergesetzt. Das Gutachten ist notwendig, um mit der Stadtsanierung starten zu können. Es soll entweder in einer Ratssitzung oder in einer Bürgerversammlung der Öffentlichkeit präsentiert werden. 3600 bis 4500 Autos sind nach dem Gutachten täglich im Sanierungsgebiet – also der Innenstadt – unterwegs. Ungefähr 50 Prozent davon sind auf der Durchreise. Also Autos, die nicht hier losfahren und auch nicht hier Halt machen. Zu drei Vierteln sind die Durchreisenden auf der Strecke Bad-Dürkheim-Forst, oder von Bad Dürkheim oder Forst in Richtung Friedelsheim unterwegs. Es handelt sich also um Autos, die auch die B271 nutzen könnten, es aber nicht tun. Warum das ist so ist? Hier liefert das Gutachten keine Antworten. Ort hat mehrere Erklärungen: Die Linksabbiegesituation auf der B 271 bei der Abfahrt Dürkheim Süd sei vielleicht für viele Autofahrer zu unübersichtlich. Dazu komme Gewohnheit und Bequemlichkeit vieler Fahrer. Sprit- und Zeitersparnis seien weitere Gründe. Dazu kämen saisonale Belastungen Im Gutachten gibt’s auch eine Prognose für das Jahr 2025, dann soll sich der Verkehr um gut 12 Prozent erhöht haben. Das bedeutet für das Sanierungsgebiet 4000 bis 5100 Autos am Tag. Um dem Verkehrsproblem langfristig die Schärfe zu nehmen, schlägt das Gutachten zwei Varianten vor. Zunächst sollen in der Weinstraße weitere restriktive Maßnahmen vorgenommen werden. Für den Autofahrer soll es dadurch attraktiver werden, auf der B271 zu fahren, da er in Wachenheim durch Hindernisse und Geschwindigkeitsbeschränkungen ausgebremst würde. Was da möglich ist oder nicht, wird die Stadt aber erst mit dem Landesbetrieb Mobilität aushandeln müssen, so Ort. Mögliche Einschränkungen in der Weinstraße bedeuteten laut Gutachten aber in Folge eine Mehrbelastung für den Komplex Ringstraße/Raiffeisenstraße für die Ausweichler auf der Süd-Ost-Verbindung. In Zahlen: 300 bis 500 Autos zusätzlich. Daher kommt im Gutachten zu den Maßnahmen in der Weinstraße noch eine zusätzliche, darauf aufbauende zweite Variante. Raiffeisen- und Ringstraße könnten attraktiver für Autofahrer gestaltetet, bremsende Elemente wie Parkbuchten entfernt werden. Das will aber die Stadt nicht, so Ort. 1200 bis 1400 Autos zusätzlich würde die Kombination beider Varianten bringen. Ort plädiert für restriktive Maßnahmen in der Weinstraße und auch für die Ausweichler durch Ringstraße und Raiffeisenstraße. Insgesamt, so das Gutachten , fahren 13.680 Autos täglich durch Wachenheim. Ein Viertel davon macht der Durchgangsverkehr aus. Die Hauptbelastung trägt der Norden. Der Schwerlastverkehr liegt laut Gutachten bei 3,2 Prozent. 7,5-Tonner machen nur 0,2 Prozent aus. Das seien aber immerhin noch 30 Stück, rechnet Ort vor. Die Analyse des ruhenden Verkehrs beschränkt sich im Gutachten auf das Sanierungsgebiet. Zu wenige Parkplätze seien hier das Problem. Innerhalb und im Umfeld gebe es knapp 190 eingezeichnete und sonstige Stellplätze, das seien 80 zu wenig. Zudem fehle ein Parkleitsystem, so das Gutachten. Ort verweist auf eine mögliche Nutzung des Geländes an der Ringstraße. Hier sei auch ein Parkhaus denkbar. Das Gutachten basiert auf einer Erhebung Ende 2013. An allen vier Wachenheimer Ortseingängen sind die Autofahrer befragt worden. Im Sanierungsgebiet gab es zusätzliche Verkehrszählungen. (jpl)