Bad Dürkheim Die Stars sind aus Blech
Wachenheim. Wer neben einem früheren Deutschen Rallyemeister den „heißen Sitz“ drückt, der hat per se einen Promibonus. Und so feiert Bianca Leppert, Beifahrerin im Skoda 130 RS von Matthias Kahle, gestern im Hof der Sektkellerei Schloss Wachenheim eine Premiere. „Mein erstes Autogramm“, lacht die Journalistin, als ihr das Programmheft zwecks Unterschrift unter die Nase gehalten wird.
Die AvD-Histo-Monte ist gestern zu Gast in der Region, in Wachenheim ist Durchfahrtkontrolle. Im Kellereihof ist der Tisch aufgebaut, an dem die Teilnehmer ihren Stempel abholen. Bereit stehen die Pfälzische Weinkönigin Julia Kren und die Wachenheimer Weinhoheit Ann-Kathrin I., um Pilot und Copilot mit einem Schlückchen zu erquicken. Wie es sich für Motorsportler aber gehört, gibt es „im Dienst“ nur „Schloss Hibiskus alkoholfrei“, bleifrei, sozusagen ... Schon eine ganze Weile vor der Ankunft des ersten Autos füllt sich der Hof mit Menschen. Viele bekannte Gesichter aus Motorsportkreisen sind darunter, entsprechend benzingeschwängert sind die Gespräche. Helmut Rotzal vom ADAC Pfalz schwärmt: „Alte Erinnerungen werden lebendig.“ Rolf Dörr aus Friedelsheim schaut natürlich auch vorbei, er war im vergangenen Jahr bei der Rallye Vorderpfalz classic als Funktionär am Riesenfass und auf dem Stadtplatz eingesetzt. Jan Hennen war schon öfter bei der Histo-Monte als Teilnehmer. Schön sei das Wetter ja. „Aber in diesem Jahr gibt es keinen Schnee.“ Schade sei das für eine Winterrallye. Aber schließlich haben die 80 Teams, die auf dem Weg ins Fürstentum an der Cote d’Azur sind, noch einen weiten Weg zurückzulegen. Und in den Seealpen ist das Wetter immer für eine Überraschung gut. Die Autos, die dann nach und nach eintreffen, sind die Stars. Ob es jetzt ein Ex-Werkswagen wie der Skoda von Kahle/Leppert ist, ein Ex-Sepp-Haider-Kadett E GSi, reinrassige Sportgeräte wie Porsche 356 und 911, Lancia Fulvia und Beta sowie Audi quattro oder auch liebenswert zurechtgemachte einstige Alltagsautos wie VW Käfer, Mercedes 220 oder auch der winzige Fiat 1100 von Hermann Unold aus Ludwigshafen. Der bald 80-Jährige ist trotz der Enge im italienischen Winzling gut gelaunt: „Ich hab ganz warme Hände!“ Nachdem sein Copilot Jürg Hügli seinen Stempel hat, fahren die beiden nicht aus dem Hof, sondern drehen noch eine Runde, halten. „Ist was kaputt?“ Nein, die beiden plagt ein menschliches Rühren ... Derweil ist ein Kommen und Gehen, besser ein Rein- und Rausfahren. Stempel, Gläschen, ein Geschenkpaket mit flüssigen Erzeugnissen des Hauses („für heute Abend, wenn’s wieder Alkohol sein darf“) und dann geht es weiter. Richtung Schwarzwald, über alte Rallyepfade im Pfälzer Wald. Die Totenkopfstraße wartet ...