Bad Dürkheim „Die Lust am wohligen Schauer“

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Mit Christian Ehring gastiert am kommenden Sonntag ein bekannter Fernsehkabarettist in der lutherischen Kirche in Wachenheim. Bis 2014 war er Ensemblemitglied und zuletzt künstlerischer Leiter des Düsseldorfer Kom(m)ödchens. Einem breiteren Publikum ist er bekannt durch seine Auftritte etwa in der „Heute Show“ und durch sein Satiremagazin „Extra 3“. In Wachenheim stellt er nun in einer Vorpremiere sein neues Programm „Keine weiteren Fragen“.

Herr Ehring, Wachenheim ist nicht als Nabel der Kabarett-Welt bekannt. Warum dann eine der wenigen Vorpremieren hier?

Das müssten Sie meine Agentur fragen. Aber ich spiele sehr gern in kleinen Orten. Das Publikum ist genauso informiert wie in großen Städten und die Stimmung ist meist besser. Ich habe schon in Neustadt gespielt und gute Erinnerungen daran. Sie sind häufig im Fernsehen zu sehen. Wann ist zwischendurch Zeit, ein Soloprogramm zu erarbeiten? Die Frage habe ich mir im Sommer auch gestellt. Ich hatte ein Programm, das ich immer wieder aktualisiert habe, eigentlich völlig entkernt hatte. Aber von Grund auf ein neues Programm zu schreiben, das habe ich schon länger nicht mehr gemacht. Ich habe ein Notizbuch voller Ideen und wenn der Drang, sich mitzuteilen, größer als die Zeitnot wird, geht es wieder los. Wie wichtig sind solche Vorpremieren? Ändert sich das Programm danach noch? Das hängt ganz davon ab, wie der Abend verläuft. Es gibt Kollegen, die über viele kleine Auftritte an ihrem Programm feilen, ich mache nur ganz wenige. Ich versuche schon, den Abend fertig zu haben. Es braucht vielleicht etwas mehr Mut, in meine Vorpremiere zu gehen. Überholt die Realität gerade die Inhalte ihres Programms? Nein. Ich arbeite nach dem Motto: Bloß nicht zu früh anfangen. Wenn ich schon im Mai geschrieben hätte, wäre Griechenland das bestimmende Thema geworden. Jetzt ist es das Flüchtlingsthema und unser Umgang damit. Das wird uns noch eine ganze Zeit lang beschäftigen. Aber auch Probleme unterliegen ja Moden. Wenn die anderen Themen wie Griechenland und die europäische Sparpolitik mal wieder in den Blickpunkt geraten, tauchen sie auch im Programm auf. Im Pressetext zu Ihrem Programm heißt es, dass wir den Einkauf im Bioladen als eine Art Ablassbrief verstehen. Fällt ein Besuch im Kabarett nicht auch in diese Kategorie? Das stimmt. Diese Lust am wohligen Schauer ändert natürlich nichts an den Verhältnissen. Das ist ein Dilemma, aus dem ich auch nicht rauskomme. Aber ich finde es legitim, über Sachverhalte zu lachen. Satirisch einen draufzusetzen und so Menschen zum Lachen zu bringen, ist keine hinreichende, aber eine notwendige Voraussetzung für meinen Beruf. Info Christian Ehring ist mit seinem Programm „Keine weiteren Fragen“ am Sonntag in der lutherischen Kirche Wachenheim zu sehen. Los geht’s um 18 Uhr. Karten: bei der Burgapotheke, bei Iris Diehl und im Café Kulturey. Mail: reservierung@kulturverein-wachenheim.de. Veranstalter ist der Wachenheimer Kulturverein.

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