Bad Dürkheim Deutsche Bahn: „Wir müssen in uns gehen“

„Unerklärlich“ – so lautet das für Anwohner noch enttäuschende Fazit eines Vor-Ort-Termins am Freinsheimer Bahnhof am frühen Donnerstagabend mit Angestellten verschiedener Sparten der Deutschen Bahn. In einem ersten Schritt der Geräuschreduktion soll in den kommenden 14 Tagen eine Messstation aufgestellt werden, um die Lärmemissionen zu allen Betriebszeiten der seit Dezember eingesetzten Lint-Züge aufzeichnen zu können.
Manfred Werth vom DB Flottenmanagement sah ratlos aus, als er am Donnerstagabend um kurz vor 18 Uhr auf den Gleisen zirka 100 Meter vor der Einfahrt in den Freinsheimer Bahnhof stand. Dort, wo die Lint-Züge des Herstellers Alstom eine leichte Kurve fahren, dort entstehen nach Darstellung von Arno Krüger, Anwohner und Anführer der Freinsheimer Interessengemeinschaft, die unangenehmen Quietschgeräusche. Warum das so ist, können sich die Leute von der Bahn aber nicht erklären. Sowohl der Mitarbeiter der DB Netz AG, die für die ordnungsgemäße Gleisfunktion zuständig zeichnet, als auch Werth, in dessen Verantwortung die reibungslose Funktion der Züge liegt, hatten sichtbare Fragezeichen über dem Kopf. „Wir müssen in uns gehen“, sagte Werth. Mehrmals stellten sie dar, wie die Schmieranlage im Radsystem der Lint-Züge funktioniert, die dafür sorgt, dass zwischen Gleis und Rad eine leichte Fettschicht das Reiben von Metall auf Metall erträglich macht. Und es war wirklich so, dass man den öligen Film sogar anfassen konnte. Tatsache ist aber auch, dass die Bahn bei der Einfahrt einen leichten Kurvenradius bewältigen muss. Der Mitarbeiter der DB Netz AG bezweifelte aber, dass „in der Kurvenläufigkeit des Drehgestells“ die Ursache für den Lärm liegen könne. An den Bremsen – darin lag der Ursprung der Anwohnerkritik an der Bahn – kann es an dieser Stelle jedoch nicht liegen, denn der Zug bremst erst kurz nach der Kurve, um schließlich am Haltepunkt zum Stillstand zu kommen. Das Geräusch, das dort entstehe, habe sich in den vergangenen Wochen zumindest zum positiven verändert, räumte Anwohner Krüger ein. Das sei wohl auf die stellenweise Sensibilisierung der jeweiligen Zugführer zurückzuführen, mutmaßte er. Trotzdem erscheint Krüger und seinen Mitstreitern der morgendliche Lärm, wenn es bei den Fahrten schneller voran gehen müsse, intensiver als der abendliche Geräuschpegel. Einen konkreten Lösungsansatz gibt es auch nach dem Termin am Donnerstag nicht, aber es gibt Beteuerungen, sich dem Problem intensiv zu widmen. „Wir müssen in uns gehen“, sagte der Flottenmanager, der die Lärmemissionen nicht unbedingt an der Dezibelzahl, sondern an der Frequenz der entstehenden Töne festmacht. Diese sollen nun von einer Messstation aufgezeichnet werden. Gleichzeitig haben die Parteien in Kürze einen Tag vereinbart, an dem die Zugführer mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Bremsverhalten im Bahnhof einfahren. Anschließend soll wieder gesprochen werden. (als)