Bad Dürkheim Der Name ist Programm

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Erst 2011 ist das Team Pfälzer Land als Verein gegründet worden. „Entstanden ist er aus einer Gemeinschaft von radsportinteressierten Leuten“, erinnert Vorsitzender Hartmuth Hager an die Anfänge. „Gründungsmitglieder waren dann die Leute, die sich vorher immer schon getroffen hatten.“ „Geburtsort“ war zunächst Dudenhofen, im vergangenen Jahr wurde der Sitz dann nach Bad Dürkheim verlegt. „Es hat sich herauskristallisiert, dass hier eigentlich das Zentrum ist“, erklärt Schriftführerin Armgard Duchow-Fauss. „Richtung Grünstadt, Wachenheim – das ist das zentrale Thema.“ Hager ergänzt: „Auch die Mitglieder kommen überwiegend von hier.“ Ein Vereinsheim im eigentlichen Sinn haben die Pfälzerländler noch nicht, Treffpunkt ist das Forsthaus Lindemannsruhe. Zur nächsten Vorstandssitzung ist auch der Vorsitzende des Dürkheimer Stadtsportverbandes, Uli Fehr, eingeladen. Der darf dann den Radsportlern die Vorzüge einer SSV-Mitgliedschaft darlegen. Das Team Pfälzer Land ist ein Breitensportverein, der aber auch sportliche Erfolge vorweisen kann, auch und gerade im Jugendbereich. Mehrere Talente fahren Serien, Challenges. Rund 60 Mitglieder hat der Verein, die Altersstruktur ist gemischt, es gibt Jugendliche bis 14 Jahre, es überwiegen die 40- bis 50-Jährigen, dazwischen gibt es ein kleines Loch. Es fehlen die Junioren. Dabei hat das Team Pfälzer Land gerade für den Nachwuchs viel zu bieten. „Mit Felix Meermann haben wir einen Jugendwart, der spezielles Training anbietet“, sagt Hager. Der Schwerpunkt liegt auf Mountainbikefahren im Wald, in der Natur. „Wer Interesse an Rennradfahren hat, ist aber bei uns auch gut aufgehoben“, betont Armgard Duchow-Fauss. Es gibt auch erfolgreiche Lizenzfahrer im Verein, ein Beispiel ist Semi-Profi Mario Kelterborn. Hager wirbt fürs Mountainbiken: „Das ist eine Kombination aus Fahrleistung und Körperbeherrschung.“ Erhebliches Geschicklichkeitstraining sei damit verbunden, was im Jugendalter leichter erlernbar sei. „Wer richtig biked, im Wald“, so Hager, „also nicht nur spazieren fährt, der hat gewisse Hemmschwellen, die er mental überwinden muss, um diese Biketechnik reinzukriegen. Jugendliche gehen damit unbefangener um.“ Das Jugendtraining sei beliebt, so an die zehn Minibiker träfen sich dort. Hager: „Das zeigt, dass es den Jugendlichen gefällt.“ Fürs Mountainbike spricht auch die Tatsache, dass die Pfälzerländler einfach in den Wald fahren können, für Rennradler braucht es eine abgesperrte Strecke. Das Einstiegsalter spielt weniger eine Rolle als die Körpergröße. „Biken fängt ab einem 24er Rad an“, sagt Hager. Die Altersgrenze ist nach oben offen. Das Lebensalter limitiert, wer die Kraft hat, der kann biken. „Biken hört aber spätestens beim E-Bike auf“, lacht der Vorsitzende. Armgard Fauss betont das Motto des Vereins, das Ganze zu leben als Interessegemeinschaft. Also auch wer nicht intensiv radeln will, ist willkommen. Nicht zuletzt deshalb sei die Lindemannsruhe ideal: „Hier kann auch das Auto geparkt werden, ein Bus fährt dahin. Ohne den sportlichen Aspekt zu vernachlässigen, steht die Geselligkeit immer mit im Vordergrund.“ Die sozialen Medien werden gepflegt, es gibt eine Internetseite, eine WhatsApp-Gruppe und einen Facebook-Auftritt. Wer reinschnuppert, muss nicht gleich beitreten, bestes Beispiel ist der Chef selber: „Ich habe mich schon 2010 mit den Leuten getroffen, erst im vergangenen Jahr bin ich Vereinsmitglied geworden.“ Nach der Saisoneröffnungsfahrt am 13. März ist dann donnerstags um 18 Uhr regelmäßig Stammtisch auf der Lindemannsruhe. Gemeinsame Unternehmungen gibt es viele. Die Partnerschaftstouren der Stadt, auch die Sabine-Röhl-Gedenkfahrt im vergangenen Jahr für den Kreis, haben überwiegend Mitglieder des Teams Pfälzer Land bestritten. Gemeinsame sportliche Ausfahrten, Teilnahmen an Radkriterien und Marathons werden bestritten, sowohl von engagierten Sportlern als auch weniger austrainierten Personen. Auch Laufveranstaltungen zu Trainingszwecken oder die Bodenseerundfahrt, eine reine Familienveranstaltung, stehen im Kalender. Auch der Radsporttag des Forstamtes ist nach dem Einstieg des Teams Pfälzer Land zur echten Attraktion geworden. Um mitmischen zu können, muss kein sündteures Rad her. „Das Material muss dem standhalten, was wir machen“, erklärt Hager. Beratung leisten die Vereinsmitglieder Interessierten gerne. Hager. „Wir haben erfahrene Leute, die Bescheid wissen.“ Die Planung der Aktivitäten wird gemeinsam gemacht. Hager: „Derzeit läuft die Stoffsammlung. Was können wir machen, auf wen können wir zurückgreifen?“ Die Bereitschaft, eine Arbeit zu übernehmen, sei ausgesprochen groß. „Wir können jederzeit auf Mitglieder außerhalb des Vorstands zurückgreifen.“ Nur deshalb können der Vorstand so motiviert arbeiten. Das Team Pfälzer Land arbeitet eng mit den Touristinformationen zusammen. Hager wurde, als er noch Leiter des Forstamtes Bad Dürkheim war, diesbezüglich angesprochen, er verwies gleich aufs Team Pfälzer Land. Der Tourismusverband wolle mehr Biker locken, auch solche, die zum Mountainbike-Park im Pfälzer Wald wollen. „Der ist europaweit ein Begriff“, weiß Hager. „Aber wir haben touristisch hier mehr zu bieten.“ Die Lösung: Strecken anbieten, damit die Biker über schöne und anspruchsvolle Wege zum Mountainbikepark fahren, aber hier in der Region übernachten. So zeichnete das Team Pfälzer Land entsprechende Wege von Grünstadt bis Gimmeldingen auf. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Dürkheim soll ebenfalls intensiviert und weiter ausgebaut werden. Wald und Radsport – ein Widerspruch? Hager kann aus seiner Erfahrung als Forstamtsleiter berichten: „Montags war immer Beschwerdetag, da haben die Leute angerufen. Aber es war nie eine Beschwerde über einen von uns.“ Die Zusammenarbeit zwischen Forstamt und Radsportler machte sich bezahlt. „Es musste für uns klar sein, dass wir mit besonderer Rücksicht im Wald fahren“, so der Vorsitzende. „Und Kontakte zu denen knüpfen, die sich nicht daran halten.“ Zehn Prozent schwarze Schafe gebe es aber überall. Dem arbeitet das Team Pfälzer Land entgegen, schon im Jugendbereich wird größter Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme gelegt. Aufklärungsarbeit sei wichtig, um den Sport in der Gesellschaft positiv darzustellen. Downhillfahren abseits von Forstwegen beispielsweise sei ganz klar verboten, Downhiller gibt es im Team Pfälzer Land auch nicht. „Aber die Assoziation ist da“, weiß Armgard Duchow-Fauss. Deshalb müssten für Downhiller eigene Strecken her, um sie kontrollieren zu können. Der gute Ruf des Teams Pfälzer Land schlägt sich auch in der Tatsache nieder, dass der Verein keine Probleme hat, Sponsoren zu finden. Aufs diesjährige Trikot passt schon keiner mehr drauf. Willkommen sind Mäzene aber natürlich immer, gerade für die Jugendarbeit. Wichtigste Aufgabe des Vereins sei aber, die sportliche Vielfalt des Teams Pfälzer Land darzustellen, sagt der Vorsitzende. „Durch die regelmäßigen Zusammenkünfte entstehen Ideen.“ Aufgabe des Vorstands sei, diese Ideen umzusetzen. Ein Geben und Nehmen also. Hager: „So macht die Vorstandsarbeit Spaß. Denn es geht nicht ums Verwalten, sondern ums Gestalten.“ Vereinsdaten Vorsitzender: Hartmuth Hager Mitgliederzahl: 60. Beiträge/Jahr: Jugendliche bis 18 Jahre: 24 Euro; Erwachsene 48 Euro; Familien mit Kindern unter 18 Jahren: 72 Euro. Internet: www.tpl.bike

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