Bad Dürkheim „Der August zieht alles runter“

Placeholder-Image

Wen es in diesen Tagen auf eine der Schwimmbad-Liegewiesen in Dürkheim oder Wachenheim zieht, der hat viel Platz für sich. Das herbstliche Wetter sorgt für niedrige Besucherzahlen in den Bädern.

Gestern Mittag, kurz vor 13 Uhr: Die Sonne scheint angenehm warm vom Himmel herab. Nur ab und zu schiebt sich eine Schäfchenwolke für ein paar Minuten davor. Auf der Liegewiese des Salinariums herrscht trotzdem gähnende Leere. Nur ein junger Mann hat sein Handtuch ausgebreitet. In den Becken planschen eine Handvoll Kinder, ein paar Schwimmer ziehen ihre Bahnen. Günter Diehl, Betriebsleiter des Salinariums, lacht nur trocken, als er auf die Besucherzahlen angesprochen wird. „Die Zahlen sind eine mittlere Katastrophe“, sagt er dann. Im Juli seien knapp 12.000 Besucher weniger als im gleichen Monat des vergangenen Jahres gezählt worden. „Im August 2013 hatten wir 41.833 Gäste, bisher waren es diesen Monat 21.732“, sagt er. Pro Tag seien es nur 1000 bis 1500 Besucher, die Hälfte davon Stammgäste, „die immer kommen, egal wie das Wetter ist“. Sportschwimmer nutzen die leeren Becken gerne, um ungestört ihre Bahnen zu ziehen. Der große Rest wird abgeschreckt vom Wetter. Vor allem der ständige Wechsel von Sonne, Wolken und die kühlen Temperaturen seien schuld an den niedrigen Gästezahlen. Denn das Becken außen habe eigentlich angenehme 26 Grad Celsius. „Wenn es regnet, kommen die Leute eher, dann wissen sie nicht, was sie machen sollen“, meint Diehl. Sehr gut besucht sei das Salinarium an Pfingsten gewesen. „Da war die Euphorie groß, da haben wir noch gedacht, es wird ein super Sommer“, sagt der Betriebsleiter. Auch Christian Weitzel, Technischer Werkleiter der Stadtwerke Wachenheim, nennt die diesjährigen Besucherzahlen im dortigen Freibad „katastrophal“. „Wenn es gut läuft, kommen pro Tag 50 Leute“, sagt er, wobei dies fast nur Stammgäste seien. Im August 2013 habe das Freibad fast 7000 Gäste gezählt. „Wenn es so wie jetzt weitergeht, werden es dieses Jahr nur 2000 bis 2500, nur ein Drittel vom letzten August“, sagt Weitzel. Dabei machen ihm nicht nur die Gästezahlen Sorgen: „Wenn es so kühl wird nachts brauchen wir auch mehr Heizenergie.“ Denn das Wasser werde konstant auf 25 bis 26 Grad Celsius gehalten. „Der August zieht alles runter“, bilanziert Weitzel deshalb. (hn)

x