Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Dänisches EM-Camp endet: Fans sind müde, aber glücklich

Am Freitagmorgen schlagen die dänischen Fußballfans ihre Zelte auf dem Knaus-Campingpark ab.
Am Freitagmorgen schlagen die dänischen Fußballfans ihre Zelte auf dem Knaus-Campingpark ab.

Nach sieben Tagen im Knaus-Campingpark am Almensee ist am Freitag das dänische Fancamp zur Fußballeuropameisterschaft abgebaut worden. Die Fans nehmen schöne Eindrücke aus der Pfalz mit nach Hause oder zum abschließenden Gruppenspiel. Das Deutsche Rote Kreuz und der Katastrophenschutz dürfen sich über besondere Erinnerungsstücke freuen.

Zelt abbauen, Müll wegbringen, auschecken: Am Freitagmorgen war Abreise angesagt für die etwa 1000 dänischen Fußballfans auf dem Knaus-Campingplatz. „Die Fans hatten eine tolle Zeit hier. Sie haben die Gegend genossen, die Spieltage und die Konzerte. Alle sind müde, aber glücklich“, sagt Mads Damgaard. Der Eventmanager des Dänischen Fußballverbands DBU sieht an diesem Morgen vor allem müde aus.

Am späten Abend waren die Dänen mit einem Unentschieden gegen England im Gepäck aus Frankfurt nach Bad Dürkheim zurückgekehrt. „Das Unentschieden war gut, aber wir hätten auch gewinnen können“, findet Damgaard. Die Tage in Bad Dürkheim haben ihm gut gefallen: Wie viele seiner Landsleute schwärmt er von den Weinbergen und dem Ausblick auf den Pfälzerwald. Viel Zeit abseits des Camps, das vom DBU organisiert wurde, habe er nicht gehabt, erzählt Damgaard, aber für einen Abstecher in die Innenstadt und zum Fass habe es gereicht. „Wenn wir noch einmal so ein Camp veranstalten, dann mit mehr Mitarbeitern“, zieht Damgaard nach den sieben Tagen in Bad Dürkheim eine erste Bilanz. Es sei erst das zweite dänische Fancamp dieser Art gewesen – das erste bei der EM in Polen und der Ukraine liegt schon zwölf Jahre zurück. Entsprechend habe man kaum auf Erfahrungen zurückgreifen können, sagt Damgaard.

Nicht alle Fans fahren nach Hause

Der dänische Tross zieht weiter Richtung Bayern: In München trifft das Team am Sonntag zum Vorrundenabschluss auf Serbien. „Wir übernachten im Hotel. Viele der Fans fahren aber auch nach Hause“, erzählt Damgaard, der mit einem dänisch-deutschen Duell im Achtelfinale rechnet. „Das wird ein schweres Spiel. Aber wenn wir gewinnen, ist alles möglich“, sagt der DBU-Mitarbeiter mit einem Lächeln.

Müde, aber glücklich ist auch Claudia Höhn, Managerin des Knaus-Campingparks: „Es war schön, so viele Menschen zu sehen, die einfach nur den Fußball gefeiert haben.“ Viele der dänischen Gäste hätten die Gegend erkundet und beispielsweise nach Fahrrädern gefragt. Auch seien sie sehr interessiert an der Pfälzer Weinkultur gewesen: „Es ist einfach ein Vorurteil, dass Dänen nur Bier trinken“, sagt Höhn. Auch in die Pfälzer Fußballkultur tauchten die Gäste ein: Claudia Höhn berichtet von zwei Skandinaviern, die mit Hosen und Shirts des 1. FC Kaiserslautern auf der Fanwiese des Campingparks standen. Sie hatten eine Tour zum Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern unternommen und sich im Fanshop eingedeckt.

Zelte und Ausrüstung werden gespendet

Derweil schreitet wenige Hundert Meter weiter der Abbau der 400 rot-weißen Zweimann-Zelte voran, in denen der Großteil der Fans übernachtet hat. Viele der Zelte, die im Preis fürs Fancamp inbegriffen waren, werden aber nicht mit nach Skandinavien genommen, sondern bleiben in der Pfalz. Der DBU spendet diese sowie weitere übrig gebliebene Ausrüstung ans Deutsche Rote Kreuz.

Eventmanager Mads Damgaard (links) übergibt Zelte und Ausrüstung aus dem Camp an Astrid Schaupp vom Deutschen Roten Kreuz (recht
Eventmanager Mads Damgaard (links) übergibt Zelte und Ausrüstung aus dem Camp an Astrid Schaupp vom Deutschen Roten Kreuz (rechts) sowie Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (Mitte) und Waldemar Schaupp-Sagolla (rechts neben Ihlenfeld) für den Katastrophenschutz.

Uwe Eidelmann, der im DRK aktiv ist, stellte kurzfristig den Kontakt her, und die Zelte, aber auch Schlafsäcke und Luftmatratzen, fanden dankbare Abnehmer. „Wir können sie für die Zeltlager unserer Jugend gut gebrauchen“, sagt Astrid Schaupp, Vorsitzende des DRK-Ortsverbands Bad Dürkheim, der etwa 20 Zelte bekommt. „Unsere Kinder und Jugendlichen werden sich freuen, künftig nicht nur in unseren großen Zelten übernachten zu können.“

Der Katastrophenschutz des Landkreises erhält etwa 150 Zelte. „Wir lagern sie ein, um im Falle einer Lage auf sie zurückgreifen zu können“, erklärt Waldemar Schaupp-Sagolla. Aber sind sie dafür nicht zu klein? Bei Katastrophen wie im Ahrtal habe sich gezeigt, dass sich Menschen in Notunterkünften auch Privatsphäre wünschten, sagt der Sachbearbeiter für Brand- und Katastrophenschutz bei der Kreisverwaltung – und hofft, dass der Landkreis sie nicht benötigen wird. Die übrigen etwa 50 Zelte bekommt das Technische Hilfswerk.

Buchungen aus Skandinavien

Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) und Bad Dürkheims Bürgermeisterin Natalie Bauernschmitt (CDU) hoffen darauf, die dänischen EM-Touristen auch abseits des Fußballs wieder als Gäste in der Pfalz begrüßen zu können. Wie der Ehemann von Campingpark-Chefin Claudia Höhn, Lothar Dignasse, berichtet, habe das Fancamp bereits vor dem Eintreffen der ersten Gäste eine Werbewirkung im skandinavischen Raum gehabt: „Wir haben für nach der EM einige Buchungen aus Dänemark, Schweden und Finnland – das hatten wir in dieser Form noch nicht.“ Der DBU hatte auf seiner Website für das Fancamp geworben – unter anderem mit Bildern vom Bad Dürkheimer Römerplatz.

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