Wachenheim
Bundestagswahl: Zwischenzeitlich nur noch drei Stimmzettel
Normalerweise steigt die Spannung an einem Wahltag exakt ab 18 Uhr, wenn die ersten Hochrechnungen eingehen. „Rambo Zambo“, eine Wortneuschöpfung des wahrscheinlich neuen Kanzlers, ist während des Wahltags eher nicht zu erwarten. In der Verbandsgemeinde Wachenheim wurde es in den Wahllokalen am Sonntag aber bereits am Nachmittag spannend.
„Wir waren sehr nervös“, beschreibt Gönnheims Bürgermeister Wolfram Meinhardt (FWG) auf Nachfrage seine Stimmung und die anderer Wahlhelfer. Grund für die Nervosität: Die Stimmzettel wurden am Sonntag knapp. Nur noch 30 hatten die Helfer nachmittags zur Verfügung. Sie orderten entsprechend bei der Verwaltung nach. Der Bote kam dann gegen 16 Uhr gerade noch rechtzeitig. Als er eintraf, gab es nur noch drei Stimmzettel. „Wir haben schon angegangen zu frotzeln“, beschreibt Meinhardt die Stimmung im Wahllokal. „Was machen wir, bis die Stimmzettel da sind? Bieten wir Kaffee an?“
Während es in Gönnheim gerade so aufging, konnten in Friedelsheim einige Menschen nicht gleich wählen. Bis zu zehn Minuten mussten Friedelsheimer Wählerinnen und Wähler warten, um ihre Stimme abzugeben, informiert Bürgermeisterin Anja Bletzer (FWG) auf Nachfrage. Auch die Friedelsheimer hätten nachmittags nachgeordert. Hier kam der Bote, der neben Friedelsheim und Gönnheim auch Ellerstadt belieferte, etwas später an.
„Haben die sich verzählt?“, wundert sich Meinhardt am Montag, der so etwas bei vielen Wahlen nicht erlebt hat. Eine Mischung aus vielem vermutet Bletzer hinter der Stimmzettelknappheit – nicht zuletzt wegen der knappen Fristen.
„Wir ordern immer hundert Prozent“, betont Ulla Kaiser, die Büroleiterin der Verbandsgemeinde. Aus ihrer Sicht sei die Situation schnell wieder im Griff gewesen. Am Wahltag habe die VG die verfügbaren Zettel auf die Wahllokale verteilen müssen und die Nachfrage bei allen vier im Blick gehabt, sagt Bürgermeister Torsten Bechtel (CDU).
Einen schönen Grund dürfte die Stimmzettelknappheit aber auch haben: die hohe Wahlbeteiligung. Die Gönnheimer haben die 90-Prozent-Grenze geknackt. „Die Wahlbeteiligung ist klasse, da ist man echt stolz“, so der Gönnheimer Bürgermeister. Diese Wahlbeteiligung können die Friedelsheimer sogar noch toppen. 91,9 Prozent haben hier gewählt. „Das ist großartig, hervorragend. Das zeigt, wie wichtig diese Wahl den Einwohnern ist“, so Bletzer. Mit 89,3 liegt auch die ganze Verbandsgemeinde über dem Bundesschnitt – und der war mit 82,5 Prozent bereits rekordverdächtig.
Sicherheitshalber hatte die VG am Nachmittag übrigens weitere Wahlzettel bei der Nachbar-VG Lambrecht geholt, diese aber letztlich nicht benötigt. Warum die Lambrechter noch welche übrig hatten? Vielleicht wegen einer Wahlbeteiligung von „nur“ 82,1 Prozent ...