Bad Dürkheim Besondere Klangqualität im Gewölbe

Am Freitagabend feierte die Reihe „Musik im Weinkeller“ des Kulturvereins Wachenheim ihre Premiere im ehemaligen Weinkeller der Villa Wolf. Dieser bot einen gelungenen Rahmen für das Duo Between the Times aus Heidelberg.
Knut Rössler spielte Saxofon „schää dreggisch“, wie einer der Zuhörer sein oft sehr heiser klingendes Spiel charakterisierte. Mit Duopartner Johannes Vogt an der Laute bot sich den Zuhörern eine ungewohnte Kombination von Instrumenten. Alte Musik, das älteste Stück aus dem 13. Jahrhundert, intonierte die Laute, das Saxofon spielte dazu Jazz-Improvisationen. Manchmal allerdings war es umgekehrt: Das Saxofon spielte die Melodie und die Laute war das Rhythmus- und Begleitinstrument. Meistens wusste man allerdings nicht mehr, welches Instrument welches begleitete. Die Musiker spielten mehrere Stücke auf der Basis von Monteverdis Oper „Orfeo“. Sie sind dabei, in größerer Formation und mit Gesang, daraus eine neue CD zu machen. Zwischen den Zeiten heißt auch zwischen den Welten. So waren alte norwegische Melodien zu hören neben solchen von den Solomon-Inseln. Lautenmusik aus dem 17. Jahrhundert folgte auf Stücke des Jazz-Pianisten Keith Jarrett und des Saxofonisten Jan Gabarek, der eine große Inspiration für Knut Rössler gewesen ist. Gabareks Stücke sind geprägt von seiner Erfahrung mit Weltmusik, Johannes Vogts Laute hört sich dabei entfernt orientalisch an, wie eine indische Sitar oder eine arabische Oud. Ein Hörerlebnis zwischen Kontemplation, zum Beispiel in einer Sarabande aus dem 17. Jahrhundert und der Zähmung wilder Tiere in „Orfeo“. Die meisten Stücke waren dem Publikum nicht bekannt, außer „Norwegian Woods“ von den Beatles, einer „Air“ von Bach und als Zugabe „What a wonderful World“. Diese erschien zunächst wie ein Scherz, da sie anfangs banal klang, aber sehr bald die musikalische Qualität fortsetzte: rhythmisch interessant, variantenreich, mal munter, meistens meditativ – eine besondere Klangqualität, die sich im Gewölbekeller bestens entfalten konnte. Dafür sorgten das Haupt- und ein etwas höher gelegenes kleineres Seitenschiff sowie eine Apsis mit Kreuzgewölbe. Nach diesem vielversprechenden Auftakt darf man auf den Ort des nächsten Konzerts gespannt sein. (inki)