Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Benefizlauf: Schirmherr Schweitzer nimmt Strecke in Augenschein

Alexander Schweitzer (Dritter von links) beim Spaziergang um den Gradierbau.
Alexander Schweitzer (Dritter von links) beim Spaziergang um den Gradierbau.

Seit 1. September ist wieder Bewegung für den guten Zweck angesagt: Der RHEINPFALZ-Benefizlauf geht in die siebte Runde. Am Montag schaute der Schirmherr an der Saline vorbei.

Der Erlös der Veranstaltung ist in diesem Jahr für das Flutkatastrophengebiet an der Ahr bestimmt: Mit dem Geld sollen der Wiederaufbau des Mehrgenerationenhauses (MGH) in Bad Neuenahr-Ahrweiler und des Lebenshilfe-Hauses in Sinzig unterstützt werden. Dort kamen bei den Fluten zwölf Menschen ums Leben. „Das ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann“, sagt Sven Mayer, Geschäftsführer der Dürkheimer Lebenshilfe. Die Lebenshilfen stünden untereinander ständig in Kontakt, um das Haus an der Ahr zu unterstützen, berichtet Mayer.

Die Dürkheimer Lebenshilfe zählt mit dem MGH Sonnenblume, dem Evangelischen Krankenhaus sowie dem Freundes- und Förderkreis Omega in normalen Jahren zu den Nutznießern des Benefizlaufs und bringt sich wie die übrigen Einrichtungen in die Organisation der Veranstaltung ein. Wegen der Dimension des Leids und der Zerstörung entschieden sich die Organisatoren in diesem Jahr, Geld für das Ahrtal zu sammeln. Im vergangenen Jahr kam die Rekordsumme von mehr als 13.000 Euro zusammen.

„Die Bilder vergisst man nicht mehr“

Auch bei der Schirmherrschaft ging man neue Wege – und vergab sie an den Mainzer Sozialminister Alexander Schweitzer (SPD). „Ich habe meinen Turnbeutel vergessen“, scherzte der 47-Jährige am Montagmittag bei seiner Ankunft am Gradierbau. Und so wurde es ein lockerer Spaziergang um die Saline mit der Bundestagsabgeordneten und Parteigenossin Isabel Mackensen-Geis, Bürgermeister Christoph Glogger (SPD), Mitorganisator Peter Spengler sowie Sven Mayer und Lebenshilfe-Werkstattleiter Paul Friedek. Der Gast, der aus Bad Bergzabern stammt, informierte sich über die Stadt, den Lauf und die Arbeit der Lebenshilfe. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Sport und Bewegung seien, sagte Schweitzer. Vor allem sei er den Organisatoren des Benefizlaufs aber dankbar, dass sie mit dafür sorgten, dass die Katastrophe an der Ahr vor zwei Monaten im Bewusstsein bleiben. „Die Bilder vergisst man nicht mehr“, so der Minister, der selbst vor Ort war.

Das Land beteilige sich an dem 30 Milliarden Euro schweren Wiederaufbauhilfe-Paket fürs Katastrophengebiet als Co-Finanzier und habe darauf geachtet, dass auch soziale Dienstleister unterstützt würden, so Schweitzer.

Die Lebenshilfe in Sinzig sei besonders stark betroffen, da nicht nur das Haus, sondern auch die Werkstatt, in der viele Bewohner gearbeitet haben, durch die Fluten zerstört wurden. Derzeit werde geprüft, wo und wie alles wieder aufgebaut werde. „Man darf auch nicht vergessen, dass die Menschen dort ihre Heimat verloren haben“, sagte Schweitzer. Zudem sei es schwierig, geeignete Unterkünfte in anderen Einrichtungen zu finden, ergänzte Sven Mayer: „Das wissen wir aus eigener Erfahrung.“ Zudem wiege der Verlust von Freunden oder Arbeitskollegen schwer, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer. Er hofft, dass wenigstens der materielle Schaden möglichst schnell geheilt werden kann – und der RHEINPFALZ-Benefizlauf dazu einen möglichst großen Beitrag leistet.

Zur Sache: Finale am 25. September

Neben einem mehrwöchigen Lauffenster bis zum 25. September, in dem wie im ersten Coronajahr jede und jeder nach Belieben seinen Lauf rund um den Gradierbau absolvieren kann, möchten die Organisatoren am 25. September von 10 bis 13 Uhr zusätzlich einen „Präsenzlauf“ anbieten. Mitorganisator Paul Friedek zeigte sich am Montag zuversichtlich, dass die Coronalage dies zulassen wird. Wer am Benefizlauf teilnehmen möchte, muss ein Startformular ausfüllen. Man kann es ausdrucken über www.bad-duerkheim.de/salinenlauf2021 oder auf Facebook/Salinenlauf. Wer mit Startnummer laufen möchte, bekommt sie samt Formular in den Leprima-Märkten in der Römerstraße 18 oder An der Sägmühle 17. Die Startgebühr von 5 Euro pro Teilnehmer kann aufs Spendenkonto überwiesen oder ebenfalls bei Leprima bar bezahlt werden. Nach dem Laufen trägt man die Anzahl der absolvierten Runden ins Formular ein und mailt es an Salinenlauf2021@gmx.de. Oder man gibt es bei Leprima wieder ab (am Schlusstag natürlich auch direkt vor Ort). Spendenkonto: Protestantische Kirchengemeinde Bad Dürkheim, Sparkasse Rhein-Haardt, IBAN DE 26 5465 1240 0000 0000 42, Verwendungszweck Salinenlauf.

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