Erpolzheim / Birkenheide RHEINPFALZ Plus Artikel Bau des Kreisels an Feuerberg-Kreuzung beginnt im Oktober

Der Bau eines Kreisels an der Feuerberg-Kreuzung soll 800.000 Euro kosten.
Der Bau eines Kreisels an der Feuerberg-Kreuzung soll 800.000 Euro kosten.

Noch im Oktober soll der Bau des Kreisels zur Entschärfung der Feuerberg-Kreuzung beginnen. Bislang war die Rede von einer bis zu fünfmonatigen Bauphase unter Vollsperrung. Unterdessen reifen in Birkenheide Überlegungen, wie verhindert werden kann, dass sich der Bruchweg zu einem Schleichweg entwickelt.

Derzeit, so der Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer, Martin Schafft, sei man in der Vergabephase für die Arbeiten. Danach müsste der Baubeginn noch mit der dann beauftragten Firma abgestimmt werden. Die Bauzeit berücksichtige nicht nur die Kreiselarbeiten selbst, sondern auch die in diesem Zusammenhang nötigen Arbeiten von Versorgungsunternehmen. So müsse eine Wasserleitung außer Betrieb genommen sowie eine 20-kV-Stromleitung und Telekommunikationsleitungen neu verlegt werden. Außerdem werde eine mögliche Winterunterbrechung einkalkuliert. Die Baufirma müsse auch noch einen genauen Bauzeitenplan ausarbeiten und dem LBM vorlegen, erläuterte Schafft. Erst danach könnten genauere Angaben zur Dauer der Arbeiten gemacht werden. „Selbstverständlich streben wir an, die Bauzeit möglichst kurz zu halten“, betonte der LBM-Leiter.

Halbseitige Sperrung „nicht machbar“

Es sei nicht möglich, die Kreuzung nur unter einer halbseitigen Sperrung umzubauen, da der Mittelpunkt des neuen Kreisels, der etwa 800.000 Euro kosten soll, genau im Schnittpunkt der vier Straßenachsen liege. „Bei anderen Kreiseln, bei denen der Mittelpunkt verschoben wird, kann es durchaus möglich sein auch unter halbseitiger Sperrung zu bauen. Durch die genau mittige Lage ist das hier nicht machbar“, erläuterte Schafft. Alle angrenzenden Fahrbahnäste seien von den Umbauarbeiten in gleichem Maße betroffen.

Hinzu kämen die aktuellen Arbeitsschutzrichtlinien, die unter Berücksichtigung der vorhandenen Fahrbahnbreiten eine halbseitige Sperrung nicht zuließen. „Die Auswirkungen der Vollsperrung sind hier allerdings gut zu verkraften, da das umliegende Straßennetz einschließlich der A 650 sehr dicht ist und kleinräumige Umleitungen zulässt“, bekräftigt der LBM-Leiter. Jedoch werde der Verkehr nur über das klassifizierte Straßennetz umgeleitet. Eine Umleitung über Gemeindestraßen sei nicht zulässig und werde auch nicht geplant, versicherte Schafft. Die Umleitung erfolge im Westen über Erpolzheim (L526/K5) und Bad Dürkheim (B37). Die östliche Umleitung führe über Ellerstadt, Fußgönheim und Birkenheide (L526/L525 und L 454).

Erheblicher Schleichverkehr befürchtet

Birkenheides Erste Ortsbeigeordnete Juliane Popp (CDU) rechnet damit, dass trotzdem in den angrenzenden Dörfern ein erheblicher Schleichverkehr entstehen wird. Im Fall Birkenheide befürchtet sie, dass sich der Bruchweg zum bevorzugten Schleichweg entwickelt.

So entstand eine Idee, den Bruchweg einfach dicht zu machen. Schon der verstorbene Ortsbürgermeister Rainer Reiß (CDU), dessen Aufgaben sie derzeit kommissarisch übernimmt, hatte den Gedanken, den letzten Abschnitt des Bruchwegs in der Zeit der Kreisel-Arbeiten zu sanieren. Angedacht war, es von derselben Firma machen zu lassen, sodass es eine große Baustelle und keine Alternative zur ausgewiesenen Umleitung gibt.

Das Bauamt der Verbandsgemeindeverwaltung Maxdorf hat dieses Anliegen nun geprüft. „Leider, oder Gott sei Dank, ist der Bruchweg nicht so schlecht, dass er komplett saniert werden muss“, sagt Popp. Denn wäre das Urteil so ausgefallen, hätte das Vorhaben in das Straßenausbauprogramm der Kommune aufgenommen werden müssen. Und das wäre, inklusive der Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten, bis Oktober, wenn die Arbeiten am Kreisel beginnen sollen, nicht zu bewerkstelligen gewesen.

Aber ein bisschen kaputt ist die Straße eben schon, der Bruchweg bekommt immerhin eine neue Asphaltdecke. „Das läuft unter normalen Reparaturen“, sagt Popp – und ist auch bei der knappen Kasse in Birkenheide möglich. Vor allem aber machen die Arbeiten eine Sperrung nötig und eine Durchfahrt unmöglich. Das Problem: Es dauert keine fünf Monate. „Wir können es nicht so lange ziehen, bis der Kreisel fertig ist“, sagt Popp.

Deshalb sollen die Arbeiten nun an den Beginn des Kreisel-Projekts gelegt werden. Die Strategie in Birkenheide: Bis der Bruchweg fertig ist, haben die Leute gelernt, woanders zu fahren. Weil Autofahrer Schleichwege aber doch relativ schnell finden, gibt es auch für die Zeit, wenn der Bruchweg wieder frei ist, ein paar Ideen. Es soll eine Verengung installiert werden, sodass beispielsweise nur ein Lastwagen durchkommt. „Anlieger frei“-Schilder sollen ebenfalls aufgestellt werden. Die Kontrolle obliegt jedoch nicht dem Ordnungsamt, sondern der Polizei. Und die habe schon angekündigt, dass sie keine Kapazitäten dafür hat, sagt Popp: „Wir können den Schleichweg nur unangenehm machen, ein Durchfahrtsverbot ist nicht möglich.“

Umweg für Autofahrer aus Erpolzheim

Erpolzheims Bürgermeister Alexander Bergner (FWG) hat für das Birkenheider Ansinnen Verständnis, auch wenn dies bedeutet, dass die Erpolzheimer während des Kreisel-Baus einen Umweg Richtung A 650 fahren müssen. Im Ort habe es von der Bauern- und Winzerschaft Überlegungen gegeben, den Lambsheimer Weg Richtung Eyersheimer Mühle als direktere Umleitung auszuschildern. Dabei sei es auch um auswärtige Kunden gegangen, die in Erpolzheim Obst oder Wein kaufen. „Ich bin jedoch dagegen, der Weg ist für mich nicht geeignet für den öffentlichen Verkehr“, sagte Bergner. Zumal die Ortsgemeinde dann auch eine Verkehrssicherungspflicht für die Strecke gehabt hätte. „Und das hätten wir nicht leisten können.“

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