Bad Dürkheim Bad Dürkheim: Der I-Clip geht steil

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Frank Mayers Firma Fluxdesign wächst schnell und ist mit einer modernen Geldbörse sehr erfolgreich.

Frank Mayer hat es mal wieder geschafft. Der 44-jährige Inhaber der im Gewerbegebiet Bruch niedergelassenen Firma „Fluxdesign“ war im vergangenen Jahr nach eigener Darstellung in seinem Segment der erfolgreichste Produzent von Geldbörsen in Deutschland. Über 800.000 Mal hat er seine eigene Erfindung, den I-Clip, an den Mann gebracht. In zwei Jahren hat er die Anzahl seiner Angestellten von 19 auf 53 erhöht. In der Kurstadt dürfte er jetzt zu den zehn ertragkräftigsten Unternehmen gehören. Eines steht schon fest: Fluxdesign wird in naher Zukunft expandieren. Der Bauantrag bei der Dürkheimer Stadtverwaltung ist zwar noch nicht gestellt, aber Mayer möchte auf einer Grundfläche von 1100 Quadratmetern neben der bestehenden Halle ein neues Gebäude errichten, weil er mit der Produktion seines I-Clip an die Kapazitätsgrenzen stößt. Wie die RHEINPFALZ bereits im November des Jahres 2014 berichtete, hat Mayer das Produkt, das nun sukzessive den Markt erobert, selbst erdacht. Auf Modemessen in Paris, Mailand und Stockholm kann man sein Erzeugnis heute ebenso finden, wie auf der Fashion-Week in Berlin. Er beliefert Duty-free-Shops von mehreren Airlines und ist sechs Jahre nach Anmeldung des Patents in der Lage, auf dem Titelblatt des Boardshops der Lufthansa für den I-Clip zu werben – neben solchen Branchenriesen wie Boss, Swarovski oder Mont Blanc. Ab 1. Juli 2017 soll das der Fall sein. Im Jargon seiner Kunden aus dem Business-Bereich würde man dazu wohl sagen: „Das Ding geht steil.“ Kaufen kann man den I-Clip mit Geldklammer für Scheine und Platz für bis zu zwölf Kreditkarten inzwischen unter anderem im Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin, im Oberpollinger in München, im Alsterhaus in Hamburg, aber auch im Engelhorn in Mannheim – angesagte Adressen allesamt. Und: Das Geschäft im Jahr 2016 hätte sogar noch deutlich besser laufen, können, hätte Fluxdesign nicht mit Problemen zu kämpfen gehabt, die durch mangelhafte Arbeit von Zulieferern entstanden sind: „Das hat uns viel Umsatz gekostet“, sagt der Chef. Mayer weiß, wer seine Kunden sind: Zunächst mal sind dies zu 90 Prozent Männer, die einen gewissen Stil pflegen, gute Anzüge tragen und oftmals auf PS starke Autos stehen. Egal wie, der I-Clip hat sich zum weltgewandten Top-Seller entwickelt – vor allem seit der Erfinder dem Eingangsprodukt noch einen Druckknopf zum Verschließen beigefügt hat. Die meisten Männer kaufen ihn in schwarzer Farbe mit Carbonfaser-Optik, es gibt ihn aber auch in Jeans-Look und in feinem verschiedenfarbigen Leder, das in Zukunft immer öfter ohne Chromgerbung auskommen soll. Zwischen 29,95 Euro und 59,95 Euro liegt der Preis für das Produkt aus dem Gewerbegebiet Bruch. 5000 I-Clips werden pro Tag im Bruch fertiggestellt. Geht es nach Mayer, der für seine Mitarbeiter in Produktion und Verkauf regelmäßig Masseure ins Haus kommen lässt, dann werden das in den nächsten Jahren noch deutlich mehr. Quasi nebenbei läuft die Herstellung des Tür- und Fensterstoppers, den Frank Mayer noch vor dem I-Clip erfunden hat und der als Nischenprodukt ebenfalls großen Erfolg zeitigt. Aber: „Es fällt uns im Moment schwer, zu wachsen“, sagt der 44-Jährige. Das hänge nicht mit mangelnder Motivation zusammen, sondern damit, dass ihm in Sachen Marketing und Grafik-Design qualifizierte Arbeitskräfte fehlen. Man finde diese Leute in Dürkheim nicht, so Mayer, der 45 Festangestellte und acht Teilzeitkräfte beschäftigt. Die Sprachtalente sitzen in der Gustav-Kirchhoff-Straße in den Social-Media-Büros und kommunizieren in verschiedenen Sprachen. Videoproduktionen und Foto-Shootings vergibt Mayer vielfach an externe Agenturen. Ein großer Teil des Geldes wird beispielsweise auf Facebook verdient, wo I-Clip einen Online-Shop unterhält und das „Small Wallet“ (schmale Brieftasche) international vertreibt. Eine Frage könnte den einen oder anderen Käufer dort umtreiben: Was mache ich künftig mit meinem Kleingeld? Frank Mayer hat auch darauf die passende Antwort: „Hosentasche oder Sparschwein ...“

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