Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bad Dürkheim: Bilanz einer stürmischen Nacht

In der Kanalstraße in Dürkheim wurden zwei Bäume gefällt.
In der Kanalstraße in Dürkheim wurden zwei Bäume gefällt.

Sturmtief „Sabine“ zog von Sonntag auf Montag über die Region und hielt dabei vor allem die Feuerwehren auf Trab. Auch die Schulen mussten auf die starken Windböen reagieren. Wie die Bilanz nach einer stürmischen Nacht ausfällt und was noch zu beachten ist.

Auch für Dienstag rechnen Meteorologen noch mit starken Windböen. „Wenn jemand derzeit im Wald spazieren gehen möchte, rate ich davon dringendst ab“, erklärte Frank Stipp, der Leiter des Forstamts Bad Dürkheim, am Montagmittag: „Wir haben selbst noch keinen Überblick, wollen erst einmal warten, bis der Wind abflaut. Bislang waren wir ja selbst noch nicht im Wald, weil es einfach sehr gefährlich ist. Daran sieht man auch zugleich, wie ernst dieser Sturm war.“ Was Stipp auf jeden Fall schon sagen kann: „Sicherlich sind Bäume umgefallen, aber es können auch noch welche einfach so liegen, dass sie erst später umfallen. Da müssen wir uns eben erst einmal einen Überblick verschaffen. Das wird wohl erst am Dienstag passieren.“

 

„Zum Glück nichts Schweres“

Die Feuerwehr Bad Dürkheim rückte in der Nacht von Sonntag auf Montag um 2 Uhr erstmals aus. „Wir hatten Einsätze, in denen es um umgestürzte Bäume im Stadtgebiet und etwas außerhalb ging. Teilweise haben die Bäume auf den Straßen gelegen. Allerdings war da zum Glück nichts Schwereres dabei“, erzählte Wehrleiter Karlheinz Bayer. Wie Petra Wurm, Pressesprecherin der Stadt Bad Dürkheim, berichtete, fällte der Baubetriebshof am Montag zwei Bäume in der Kanalstraße, die umzukippen drohten. Auf den Wendehammer am Ende der Hammelstalstraße war eine Kiefer gestürzt, die vom Baubetriebshof beiseite geräumt wurde. Bei der Sturmkontrolle im Kurpark habe der Bauhof abgebrochene Äste und Zweige, aber keine entwurzelten Bäume festgestellt. „Es gab keine größere Sachschäden“, erklärte auch Peter Strube-Vogt, stellvertretender Inspektionsleiter der Dürkheimer Polizei.

In der Verbandsgemeinde Wachenheim waren die Feuerwehren wegen des Sturmtiefs „Sabine“ fünfmal unterwegs. In Wachenheim musste die Wehr gegen 23 Uhr In der Dreispitz auf eine Garage gefallene Äste entfernen und zersägen. Noch während dieser Einsatz lief, wurden die Wehrleute in die Weinstraße gerufen. Am Rathaus drohte ein Baum umzustürzen. Hier sägte die Wehr einen größeren Ast ab. 24 Kräfte waren im Einsatz. Am Montagmorgen, gegen 11.15 Uhr, musste die Wehr erneut mit der Säge ausrücken: Diesmal ging es um drei umgestürzte Bäume auf einem Waldweg.

Äste auf der Straße musste die Feuerwehr Friedelsheim-Gönnheim am Sonntagabend gegen 22 Uhr mit neun Einsatzkräften in der Nähe des Gerätehauses entfernen. Am Montagmorgen war die Wehr dann ab 11.30 Uhr erneut unterwegs. In der Straße Rehhütte drohte ein Baum auf ein Haus zu stürzen. Unterstützung kam dazu aus Deidesheim: Drei Wehrleute und die Drehleiter halfen acht Einsatzkräften aus dem Ort.

Sehr ruhig war es in der Verbandsgemeinde Freinsheim. Hier musste die Feuerwehr am Sonntagmorgen lediglich einen Feldweg bei Erpolzheim sperren. Grund war ein umgestürzter Baum, informierte VG-Wehrleiter Kai Bühler.

 

Kursarbeiten verschoben

Mit einem Monday-Morning-Briefing nach amerikanischem Vorbild in der Aula hat der Montag bei der Dürkheimer Carl-Orff-Realschule begonnen. „Wir haben geschaut, wie viele Schüler da sind und haben den Unterricht klassenübergreifend geplant“, sagte Schulleiter Achim Walk. Etwa 100 der 400 Schüler seien zum Unterricht gekommen. Am Wochenende hatte die Schule auf ihrer Website darauf hingewiesen, dass es Entscheidung der Eltern sei, ob die Kinder angesichts der Unwetterwarnung den Schulweg auf sich nehmen sollten. „Diejenigen, die auf Bus und Bahn angewiesen waren, hatten keine Chance zur Schule zu kommen“, zeigte der Schulleiter Verständnis. Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) hatte den Betrieb aller Bus- und Straßenbahnlinien am Montagmorgen eingestellt.

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium war laut Schulleiter Armin Rebholz die Hälfte der Schüler zum Unterricht gekommen. Der Schulbesuch sei pro Klasse sehr unterschiedlich ausgefallen und der Unterricht entsprechend angepasst worden. Für Montag geplante Kursarbeiten wurden um einen Tag verschoben.

Nur ein Fünftel der knapp 300 Schüler war am Montagmorgen in der Von-Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg zum Unterricht gekommen. Die Schule informierte auf ihrer Website über die Anweisungen des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. Eltern sollten individuell entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. „Die Lehrer sind da, es findet Unterricht statt“, hieß es am frühen Mittag von Seiten der Schule. An der Integrierten Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim endete der Unterricht am Montag wegen des Sturmtiefs und der deshalb ausfallenden Zugverbindungen bereits nach der vierten Stunde um 11.15 Uhr.

Auch die Grundschulen in der Stadt Bad Dürkheim und der Verbandsgemeinde Freinsheim waren am Montagvormittag geöffnet. Das bestätigten Petra Wurm und VG-Pressesprecher Jörg Heidemann. Auf Nachfrage der RHEINPFALZ berichteten die Grundschulen in Freinsheim und Weisenheim am Sand, dass über die Hälfte der Kinder den Unterricht besucht habe. In Dürkheim wurde laut Wurm überall unterrichtet, allerdings fehlten in manchen Klassen einige Schüler.

Als „sehr entspannt“ beschrieb Schulleiterin Eva Treusch die Lage am Grundschulstandort Ellerstadt. In einigen Klassen hätten jeweils vier, fünf Kinder gefehlt. Normaler Schulbetrieb sei möglich, nur mit einer Einschränkungen: Draußen gespielt wurde am Montag nicht. Ähnlich sah es am zweiten Standort der verbundenen Grundschule, Friedelsheim-Gönnheim, aus. „Drei Viertel der Kinder sind da“, sagte Konrektorin Petra Tischbein.

 

Müllabfuhr kommt später

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises teilt mit, dass aufgrund des Sturms am Montag keine Abfallsammlung im Kreis möglich war. Die Abfuhrtermine verschieben sich diese Woche daher einen Tag nach hinten. Aufgrund des Sturmtiefs fällt die Problemmüllsammlung in Hardenburg, Hausen, Grethen und auf dem Wurstmarktplatz aus. Das Schadstoffmobil wird jedoch am Samstag, 15. Februar, von 9 bis 11 Uhr auf dem Wurstmarktplatz für die Annahme von Problemmüll zur Verfügung stehen.

 

„Mächtig was los“

Bei der Dürkheimer Dachdeckerei Emil Walther und Söhne herrschte am Montagmorgen Hochbetrieb. „Es ist schon mächtig etwas los“, sagte eine Mitarbeiterin auf Anfrage der RHEINPFALZ. Bei Dachdecker Stefan Petry standen am Montag ebenfalls jede Menge Aufträge an. Schwerpunkt seien Freinsheim und Bad Dürkheim gewesen. Es seien aber keine schwerwiegenden Schäden zu vermelden.

 

 

 

 

 

 In Gönnheim drohte ein Baum auf ein Wohnhaus zu stürzen, er wurde mithilfe der Drehleiter aus Deidesheim entfernt.
In Gönnheim drohte ein Baum auf ein Wohnhaus zu stürzen, er wurde mithilfe der Drehleiter aus Deidesheim entfernt.
„Sabine war heute Nacht bei uns“, schreiben Rainer und Marlies Sahler aus Seebach. „Sabine hat vom Gelände des Martin-Butzer-Hau
»Sabine war heute Nacht bei uns«, schreiben Rainer und Marlies Sahler aus Seebach. »Sabine hat vom Gelände des Martin-Butzer-Hauses einen circa 15 bis 20 Meter langen Baum auf unser Haus ,umgelegt’.« Zum Glück: »Wir haben persönlich keinen Schaden erlitten.«
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