Wachenheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bänder statt Silhouetten: Wie Peter Hoppe Vogelschlag vermeiden will

Zum Schutz der Vögel befestigt Peter Hoppe die Bänder.
Zum Schutz der Vögel befestigt Peter Hoppe die Bänder.

Die Kollision mit Glasscheiben gilt als eine der häufigsten Todesursachen für Wildvögel. Weil viele im Handel angebotene Lösungen kaum Abhilfe schaffen, hat der Wachenheimer Vogelfreund Peter Hoppe zu einem einfachen, aber wirksamen Mittel gegriffen.

Unüberhörbar kam von einem Fenster das Geräusch eines heftigen Aufpralls. Als der Wachenheimer Peter Hoppe deshalb auf seine Terrasse ging, entdeckte er eine tote Singdrossel: Sie war gegen die Glasscheibe geflogen. Für den Vogelfreund ein trauriger Anblick. Während er länger vor den großen Terrassenfenstern stand, wurde ihm bewusst, wie täuschend echt sich darin die Umgebung mit Bäumen und Büschen spiegelt. „Das sieht wirklich aus, als geht die Landschaft weiter. Für Vögel ist das Glas erst recht kein sichtbares Hindernis, sie wollen durchfliegen.“ Gleichzeitig wunderte sich Hoppe: „Dabei habe ich doch am Fenster eine Greifvogel-Silhouette angebracht.“

Silhouetten werden nicht als Fressfeinde erkannt
Die Singdrossel kommt auch in Siedlungen vor.
Die Singdrossel kommt auch in Siedlungen vor.

Tatsächlich werden die schwarzen Silhouetten-Aufkleber im Handel als wirksames Mittel angepriesen. Auch renommierte Anbieter von Naturschutzprodukten versprechen damit Abhilfe. Folglich glauben viele Menschen, dass sie damit dem sogenannten Vogelschlag vorbeugen können. Doch seit Jahren raten Experten wie die Mitarbeiter von Vogelwarten von den Silhouetten ab: Anfliegende Vögel würden diese Aufkleber nicht als Fressfeind erkennen. Oft finde man sogar direkt neben ihnen Aufprallspuren.

Es müssten schon sehr viele Silhouetten dicht nebeneinander ans Glas geklebt werden, und sie sollten außerdem farbig sein, um einen Schutz zu bewirken. Als vogelfreundlich werden auf dem Markt auch UV-Markierungen sowie spiegelfreie Gläser beworben. Doch beide Maßnahmen erweisen sich ebenfalls als wenig oder gar nicht wirksam.

Viele Gefahren aus Glas
Verbreitet, aber nicht sehr wirkungsvoll sind weiße und schwarze Greifvogel-Attrappen.
Verbreitet, aber nicht sehr wirkungsvoll sind weiße und schwarze Greifvogel-Attrappen.

Die Kollision mit Glasscheiben gilt als eine der häufigsten Todesursachen für Wildvögel. Große Fenster und Glasfassaden, durchsichtige Haltestellen, Lärmschutzwände und transparente Balkongeländer, all das birgt die Gefahr des Vogelschlags. Tiere, die hier aufprallen, sterben meistens an Bruch- und Schädelverletzungen. Viele Vögel bleiben auch benommen liegen und werden ein leichtes Opfer von Katzen.

Für Peter Hoppe war sofort klar, dass er solche Kollisionen künftig vermeiden will. Er hat nachgerüstet. Um möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, markierte er mit einer einfachen Methode das Fenster als Hindernis: Am Glas befestigte der Vogelfreund mehrere Geschenkbänder, die er im Haus fand. Damit solche Vorrichtungen gut sichtbar sind, müssen sie immer an der Außenseite angebracht werden. Hoppe achtete darauf, dass die Abstände zwischen den einzelnen Bändern nicht zu groß ausfallen. Dass der Bänderschmuck leicht im Wind hin und her weht, ist ein weiterer Vorteil, mit dem sich Vögel von den Fenstern fernhalten lassen.

Einfallslose Hersteller

Natürlich gibt es noch mehr Ideen, Glasflächen sichtbar zu machen. Wer sich im Internet umschaut, muss aber feststellen: Bei den Anbietern von Produkten für den Vogelschutz lässt die Kreativität noch zu wünschen übrig.

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