Gönnheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Ausdruck, der mir gefällt“

Ist in Gönnheim schon mit vielen Werken vertreten: Frank Cmuchal bei der Arbeit.
Ist in Gönnheim schon mit vielen Werken vertreten: Frank Cmuchal bei der Arbeit.

Farbe auf die Wand: In der Gönnheimer Bahnhofstraße entsteht gerade ein neues Bild. Graffiti-Künstler Frank Cmuchal alias Smautschi sprayt sein Kunstwerk, das am Ende den britischen Schauspieler John Hurt zeigen wird. Bei der Arbeit hat er verraten, wie er durch die Krise kommt und wie er nach Gönnheim gekommen ist.

Herr Cmuchal, was ist auf Ihrem neuesten Wandbild zu sehen?
Ein Porträt mit dem Charakterkopf von John Hurt, den man unter anderem aus Harry-Potter-Filmen kennt. Er hat einen Gesichtsausdruck, der mir gefällt, da ist irgendwie so ein Augenzwinkern zu erkennen. Und da in Gönnheim schon Johnny Depp als Captain Jack Sparrow hängt, dachte ich, dass das ganz gut passt.

Wie sind Ihre Verbindungen nach Gönnheim entstanden?
Ich bin vor Jahren von München nach Dörrenbach gezogen und habe dort Illustratoren-Kollegen kennengelernt, unter anderem auch RHEINPFALZ-Karikaturist Steffen Boiselle. Die haben mir gesagt: „Komm mit nach Gönnheim, da gibt es ein Street-Art-Festival.“ 2019 stand dieses Festival unter dem Motto „Heimat/en“. Bei meinen Überlegungen, was meine beiden Heimaten Bayern und die Pfalz gemeinsam haben, bin ich auf die Elwetritsche gestoßen, das pfälzische Pendant des bayerischen Wolpertingers. Also habe ich meine Vorstellung von Elwetritsche auf eine Mauer (Seitenstraße der Bismarckstraße) gemalt, die Anklänge an die bayerische Version mit Hörnern hat. Bei einem Workshop mit Schülern der IGS Deidesheim/Wachenheim entstand deren Vorstellung von „Heimat/en“ (Ecke Deidesheimer-/Ludwigstraße). Dieses Jahr gab es ein neues Projekt, das „GönnheimARTbombing 2020“, bei dem von Künstlern erstellte Originale versteckt werden, die gefunden werden können. Da war ich auch mit fünf Bildern vertreten.

Die Kulturszene leidet in der Corona-Krise ja ganz besonders. Wie geht es Ihnen persönlich?
Mir geht es ganz gut, weil ich relativ breit aufgestellt bin und viele verschiedene Dinge mache. Festivals und Messen sind in diesem Jahr allerdings ganz weggebrochen. Ich bin im Moment noch zufrieden – im Gegensatz zu anderen Bekannten. Musiker und Schauspieler haben es im Moment nicht gerade einfach. Ich bin auch bei dem kollektiven Streetart-Projekt „weeartone“ aktiv. Dazu haben über 80 Künstler aus ganz Europa für einen guten Zweck 200 Bierdeckel bemalt, ich habe auch 30 Deckel beigesteuert. Die Bierdeckel werden online auf www.weeart.one verkauft zur Unterstützung des Graffiti-Urgesteins Zero, Pächter der Münchner Kultkneipe „Klenze 17“, der durch Corona in Existenznot geraten ist. Der Kurator dieses Projektes Melander Holzapfel alias Lando ist Vorstand des Vereins zur Förderung urbaner Kunst (www.verein-urbane-kunst.de). Ist die Aktion erfolgreich, wird sie weitergehen und der Erlös kommt anderen in Not geratenen Künstlern zugute.

Woran erkennt man Sie, was ist für Ihre Bilder typisch?
Es gibt kein Erkennungsmerkmal, ich lege mich nicht fest. Das ist Absicht. Ich probiere viele Techniken, vom Comic-Stil, Illustration, Wandbemalung bis zur klassischen Malerei. Es kann schon mal sein, dass in einem realistischen Bild plötzlich eine Comic-Figur auftaucht.

So soll das Bild am Ende aussehen.
So soll das Bild am Ende aussehen.
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