Bad Dürkheim Aufstieg knapp verpasst
«BAD DÜRKHEIM.» Fußball-A-Junioren-Landesligist Rot-Weiss Seebach hat nur knapp die Meisterschaft und den erstmaligen Aufstieg in der Verbandsliga verpasst. Das Team des neuen Trainers Bodo Schulz wurde Zweiter, was dennoch ein hervorragendes Ergebnis ist. Zudem wurde Jason Harrison Torschützenkönig.
„Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, weil uns Torwart Ricardo Wronski, der sich in der Vorbereitung eine schwere Handverletzung zuzog, und unser zweiter torgefährlicher Stürmer, Jonas Wolf, wegen einer Knieoperation monatelang gefehlt haben“, erklärt Schulz. Zwei Ausfälle, die das Team schwer getroffen haben. Trotzdem gab es starke Vorstellungen, etwa beim souveränen und überzeugenden 4:1-Sieg gegen den späteren Meister TuS Knittelsheim, zu dem Harrison alle vier Tore beisteuerte. Oder die Partien gegen den Tabellendritten FC Arminia Ludwigshafen, die die Rot-Weissen beide gewannen (2:1, 3:1). „Wir haben aber auch Spiele verloren, bei denen die Mannschaft einfach zu unkonzentriert war und zu locker mit der Situation umgegangen ist. Das hat uns letztlich die Meisterschaft gekostet“, erläutert der Coach, der von Hans-Peter Petto und Pascal Beyer wirkungsvoll unterstützt wurde. Schulz beklagt Punktverluste gegen Teams aus dem Mittelfeld. So hat ausgerechnet 08 Haßloch, der alte Verein des Trainers, den Seebachern einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Tabellenneunte knöpfte dem Vizemeister die Zähler ab (2:3, 0:0), die Rot-Weiss zum Titel fehlten. Auch gegen Ranglisten-Achten Phönix Schifferstadt II (2:5, 1:1) sowie den Tabellenfünften ASV Fußgönheim (0:1, 1:1) blieb Seebach sieglos. Die zu Hause ungeschlagenen Knittelsheimer haben Meisterschaft und Aufstieg der Tatsache zu verdanken, dass die Südpfälzer gegen den „Kleinen“ fast keine Punkte liegen ließen. „Auch wenn es nicht ganz gereicht hat, bin ich mit der Mannschaft sehr zufrieden. Schließlich war es die erste gemeinsame Runde von Team und Trainer“, betont Schulz. Man müsse sich davor hüten, im Zusammenhang mit der Vizemeisterschaft das Wörtchen „nur“ zu verwenden. Das werde der Leistung der Mannschaft nicht gerecht, auch wenn sie lange Titelambitionen hatte und diese Ende Mai binnen drei Tagen verspielt hat. Da gab es eine 1:2-Niederlage beim VfR Frankenthal und das besagte torlose Remis bei 08 Haßloch. Immerhin haben die Seebacher zwei Saisonrekorde aufgestellt. Rot-Weiss war die stärkste Auswärtsmannschaft und hat mit Abstand die meisten Tore erzielt. Vermutlich wären es noch viel mehr als die exakt 100 Treffer geworden, wenn am letzten Spieltag das abgeschlagene Schlusslicht JSG Gäu nicht abgesagt hätte. Schon in der Vorrunde gab es gegen diesen Gegner einen 9:0-Kantersieg. Neben dem 36 Mal erfolgreichen Knipser Jason Harrison, der auch von der guten Vorarbeit seiner Mitspieler profitierte, kamen acht weitere Akteure auf mindestens fünf Tore. Das spricht dafür, dass die Offensive der Rot-Weissen schwer ausrechenbar ist. Wolf kam bis zu seiner Verletzung im Winter auf neun Treffer, es folgen Jan Fischer (8), Hendrik Liew, Julian Giesen, Volkan Candar, Nikolas Wieland (je 6), Muhammet Ceylan und Golo Mahrenholtz (je 5). Gegen Ende überzeugte der Vizemeister auch mit großer defensiver Stabilität und musste in den letzten neun Begegnungen nur sieben Treffer hinnehmen. Damit hätten die Seebacher fast noch die beste Abwehr gehabt. Zu Knittelsheim (30 Gegentore) fehlte Rot-Weiss (31) nur ein Treffer. Auch deshalb kann Bodo Schulz unwidersprochen von einer tollen Runde sprechen: „Rang zwei ist die beste Platzierung, die je eine Seebacher A-Junioren-Mannschaft erreicht hat. Ich glaube, darauf dürfen alle ein wenig stolz sein.“