Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Annika Schoppel von der DLRG über das Schwimmen nach der Pandemie

Rein ins kühle Nass: Zuletzt gingen die Stadtmeisterschaften im Jahr 2019 über die Bühne.
Rein ins kühle Nass: Zuletzt gingen die Stadtmeisterschaften im Jahr 2019 über die Bühne.

Corona bescherte vier Jahre Pause, nun richtet die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bad Dürkheim-Wachenheim wieder Stadtmeisterschaften aus. Doch wie hat sich die Pandemie auf die Schwimmfähigkeit der Kinder ausgewirkt? Unter anderem darüber hat Kathrin Thomas-Buchen mit Annika Schoppel von der DLRG gesprochen.

Frau Schoppel, wenn Sie derzeit Bilder von vollen Badestränden sehen, denken Sie: Ja, endlich Sommer! Oder: Ohje, ob das gut geht?
Beides. Vor allem, wenn man im Moment immer häufiger liest, dass Leute im Rhein schwimmen oder auch in unbewachten Badeseen, also in Gewässern, in denen man nicht schwimmen gehen sollte. Aber ich glaube, wir sind hier in der Vorderpfalz mit den umliegenden DLRG-Ortsgruppen gut aufgestellt.

Wie groß ist denn die Ortsgruppe Bad Dürkheim-Wachenheim?
Ende 2022 lagen wir bei 222 Mitgliedern. 60 bis 70 davon sind aktive Schwimmer. Außerdem haben wir 14 Trainer und Helfer.

Vielen Schwimmvereinen hat die Coronazeit sehr zu schaffen gemacht: Hohe Hygieneauflagen, begrenzte Gruppengrößen, teilweise geschlossene Bäder. Wie ist Ihre Ortsgruppe durch diese Zeit gekommen?
Das hat uns auch sehr getroffen. 2019, vor Corona, hatten wir 229 Mitglieder. Im Jahr 2021 lagen wir nur noch bei 186. Jetzt erholt sich das wieder. Es ist sehr schwer, Mitglieder zu halten, wenn man kein Schwimmtraining oder auch keine Ausflüge anbieten kann. Als es mit dem Training wieder losging, waren die Kinder sehr froh, wieder ihre Bahn und ihre Trainer zu sehen. Wir haben sehr glückliche Kinder erlebt – und uns hat es natürlich auch gefreut.

Wie bewerten Sie die Schwimmfähigkeit der Kinder nach der Pandemiepause?
Wir nehmen Kinder erst ab dem Seepferdchen. Wassergewöhnung können wir aus Kapazitätsgründen nicht anbieten. Wir haben Kinder, die eigentlich das Seepferdchen schon haben, aber in der Zwischenzeit nicht schwimmen gehen konnten. Da müssen wir wieder ein bisschen von vorne anfangen. Es ist schwer, aber dafür können die Kinder nichts. Natürlich lernen manche auch besser als andere. Aber es ist schon so, dass bei einigen die Bewegungsabläufe nicht mehr so sitzen und wir vieles wiederholen müssen. Dadurch verschiebt sich auch einiges im Hinblick auf die Warteliste.

Warteliste – heißt das, Sie können nicht allen Interessenten einen Trainingsplatz anbieten?
Zumindest nicht sofort. Wir haben eine Warteliste, die auf 50 begrenzt ist.

Haben Sie denn genügend Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten?
Im Winter können wir einmal in der Woche montags trainieren, über den Sommer können wir zweimal in der Woche schwimmen. Da hoffen wir nun, dass wir die Rückstände wieder aufholen. Ich glaube, jede Ortsgruppe würde sich mehr Bahnen wünschen, aber bei zweimal Training pro Woche können wir uns denke ich nicht beklagen. Wir stehen auch immer im Austausch mit dem Salinarium.

Wie laufen Stadtmeisterschaften und Sommerfest am 9. Juli im Wachenheimer Schwimmbad ab?
Beginn ist um 10 Uhr, die Stadtmeisterschaften starten um 11 Uhr. Die Meisterschaften sind offen, das heißt, jeder darf mitschwimmen, Kinder und Erwachsene. Die Disziplinen sind machbar: Brust und Freistil. Wer mitmachen möchte, kann sich bis zum Vortag, 17 Uhr, im Wachenheimer Freibad anmelden.

Was erwartet die Besucher noch?
Von 14 bis 15.30 Uhr machen wir wieder ein Spendenschwimmen für den Wünschewagen des ASB. Dazu kann man sich am Tag selbst bis 13 Uhr anmelden. Dabei gibt man an, wie viel man pro geschwommener Bahn spenden möchte. Jeder schwimmt, so viel er kann, bekommt später Post und kann dann spenden. Daneben gibt es eine Tombola mit vielen Preisen, die einige Sponsoren gespendet haben. Für die Kids gibt es Spiele, und natürlich ist auch für ausreichend Verpflegung gesorgt.

Was wünschen Sie sich für den Tag?
Wir hoffen natürlich, dass alle eine gute Zeit haben. Und dass mehr Leute wissen, dass es die DLRG gibt. Wir wollen ein bisschen ein Bewusstsein schaffen.

Zur Person

Annika Schoppel ist Pressebeauftragte der DLRG-Ortsgruppe Bad Dürkheim-Wachenheim. Die 22-jährige Jurastudentin hilft außerdem in ihrer Ortsgruppe als Trainerin und Betreuerin bei Ausflügen, ist im Jugendvorstand als Beisitzerin und im Vorstand als Protokollantin aktiv.

Annika Schoppel
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