Bad Dürkheim
40 Jahre Salinarium: Nach holprigem Start zum Wahrzeichen geworden (mit Bildergalerie)
Ein fester Bestandteil und die vielleicht größte Attraktion des Salinariums musste dem Therme-Neubau weichen: die Riesenrutsche. In den vergangenen Monaten wurde sie an einer anderen Stelle des Bads neu aufgebaut. Die meisten Teile der alten Riesenrutsche konnten für das neue Modell wiederverwendet werden. Sie ist mit 105 Metern auch noch genauso lang, wie Peter Kistenmacher erläutert. Der Chef der Stadtwerke, die das Dürkheimer Freizeitbad betreiben, weist darauf hin, dass man die alten Röhren einer energetischen Sanierung unterzogen hat. Sie sind jetzt komplett gedämmt und haben deshalb auch keine Öffnungen mehr, um Tageslicht hineinzulassen. „Dafür haben wir jetzt eine Beleuchtung mit Lichteffekten“, sagt Ira Schlömer, kommissarische Leiterin des Bades. Die jetzt hellgrün gestrichenen Röhren haben an ihrem neuen Platz in der Nähe der Cafeteria auf der Ostseite auch eine neue Aufhängung bekommen.
Weitere Rutsche im Gespräch
Um zwei stählerne Pylonen auf einem massiven Fundament schlängeln sich die Röhren herum. Die Schwünge sind deshalb etwas anders als beim alten Modell. Ob das Rutschvergnügen dadurch noch schneller wird, ist noch nicht getestet, sagt Schlömer. Jedoch hat der Tüv die Konstruktion bereits unter die Lupe genommen. Eine dritte Pylone werde gebraucht, wenn eine zweite Rutsche installiert werden sollte. Doch wann diese kommt, ist noch offen. Denn eine weitere Rutsche war zuletzt einer Einsparrunde bei der Therme zum Opfer gefallen. „Wenn die Therme fertig ist, werden wir uns darüber konkret Gedanken machen“, versichert Kistenmacher, der weiß, dass das Salinarium für die Jugend attraktiv bleiben muss.
Rutschenturm liefert Strom
Während die Therme das ältere Publikum anspricht, sollen die Jüngeren weiterhin den Weg ins Salinarium finden. Rutschen spielen dabei eine große Rolle. Neu ist auch der moderne Rutschenturm mit viel Glas. An seiner Süd- und Westseite liefert eine Photovoltaikanlage eine Leistung von 14 Kilowatt-Peak.
Im Hallenbad soll am 14. April jedoch nicht nur die neue Rutsche für Vergnügen sorgen: Für Kinder werden diverse Spieltiere ins Wasser gelassen, und es gibt Aqua-Fitness-Angebote. Am Vor- und Nachmittag können sich die Besucher bei einer Führung über den Fortschritt der Thermenbaustelle informieren. Aber auch die Sauna-Besucher sollen an der Feierstimmung im Salinarium teilhaben. So wird es zwischen 9 bis 15 sowie zwischen 16 und 22 Uhr besondere Aufgüsse für eine begrenzte Anzahl von Besuchern geben. Schlömer rät deshalb, sich dafür bereits im Vorfeld an der Kasse eine Karte zu sichern. Die neu gebaute Eingangshalle sollen bald Kunstwerke von Kindern zieren. Kinder bis 12 Jahren werden deshalb gebeten, ein Schwimmbad-Bild zu malen. „Jedes Kind bekommt dafür ein kleines Geschenk von uns“, versichert Schlömer. Geschenke bekommen am Sonntag auch diejenigen, die im Eingangsbereich den Dreh am dort aufgestellten Glücksrad ’raus haben.
Stetige Investitionen
Wegen des Trubels im Hallenbad empfiehlt sich für alle Schwimmer an diesem Tag der Sprung ins Freibad. „Traditionell eröffnen wir ja immer am Geburtstag des Salinariums die Freibadsaison“, erzählt Kistenmacher. Wegen des angesagten schönen Frühlingswetters ab diesem Wochenende könne sich das Wasser bis zum 14. April noch gut erwärmen. Derzeit hat es erst frische 19 Grad. Durch das gute Wetter sei jedoch mit genug Abwärme aus dem Blockheizkraftwerk im Wellsring zu rechnen, ist Kistenmacher überzeugt. Schlömer ist deshalb optimistisch, dass bis zur Freibaderöffnung eine Wassertemperatur von 22 Grad erreicht ist.
Es wird die letzte Freibadsaison sein, die von der Therme-Baustelle unmittelbar beeinflusst wird. Der Anbau des Wellness-Bades ist der Höhepunkt an Veränderungen, die das Areal in den vergangenen 40 Jahren durchlaufen hat.
Bereits kurz nach der Eröffnung des Salinariums des für 15,2 Millionen Mark erbauten Schwimmbades galt es, Bau- und Planungsmängel auszumerzen. So funktionierte die Wasseraufbereitungsanlage für die Becken nicht richtig. Mit der Installation einer Chlorelektrolyseanlage 1991 war man dann aber auf dem neuesten Stand der Technik.
Weitere Gelegenheiten zum Feiern
Bis zum 30. Geburtstag des Freizeitbades wurden 7,4 Millionen Euro investiert – und damit fast genauso viel wie der Neubau 1984 gekostet hat. So bekam das Salinarium eine neue Saunalandschaft und das Hallenbad einen neuen Kinderbereich. Vor 20 Jahren kam für 500.000 Euro die Riesenrutsche hinzu. In den 1990er-Jahren wurde das Salinarium aus dem städtischen Haushalt ausgeklinkt und die Stadtwerke übernahmen den Betrieb, was steuerliche Vorteile einbrachte. Um die 350.000 Besucher hatte das Salinarium vor Corona und der Therme-Baustelle im Jahr. Bis zum 30. Geburtstag 2014 zählte man über 10 Millionen Gäste. Bis Anfang April 2024 waren es zwölf Millionen Besucher.
Neben der Party am 14. April wird es für die Besucher noch weitere Gelegenheiten zum Feiern geben. Jeden zweiten Monat soll in diesem Jahr im Salinarium „etwas los“ sein: So soll im Juni mehr der Außenbereich im Fokus stehen, im August ist eine Sommerparty mit Kinderdisco geplant.