Dirmstein Überraschung aus der Hand gegeben
Dirmstein. Trainer Thorsten Koch überraschte den Tabellendritten Bingen mit gleich drei Rückkehren: Sven Lerzer, Fabian Quandt und Lars Zalik. Doch an der 21:22 (9:14)-Niederlage konnten auch sie nichts ändern. Ärgerlich war diese, durchaus vermeidbare Niederlage allemal. „Wir haben den Sieg selbst weggeschmissen. In der ersten Halbzeit hatten wir den Gegner über lange Zeit gut im Griff“, sagte Koch. „In der zweiten Hälfte kommen wir wieder ran, haben nach unserer Führung zum 21:20 die Möglichkeit, das Spiel zu entscheiden, doch genau in dieser Phase stellen wir uns dämlich an und geben es aus der Hand. Wenn du im Keller feststeckst, zeigt sich dies halt auch in solchen Situationen.“
Gemeint waren nach dem Siebenmeter zum 21:20 durch Adrian Rampp, dem damit zugleich zwei der drei Führungstreffer der Gekkos gelangen . Doch durch zwei Stürmerfouls in Folge in der Endphase und unnötige hektische Abschlüsse brachte sich Mannschaft selbst um einen durchaus greifbaren Erfolg gegen den Tabellendritten, der ebenfalls ersatzgeschwächt angetreten war. Pech hatten in dieser Phase allerdings auch die Rückraumschützen Philipp Schloß und Simon Müsel, denn sie scheiterten am Aluminium.
Bingens Trainer nahm folgerichtig seine letzte Auszeit und gab seinem Team letzte Anweisungen. Diese trugen Früchte. denn der Tabellendritte zog seinen Kopf, wenn auch durch einen strittigen Siebenmeter in der letzten Spielminute, nochmals aus der Schlinge.
Koch war ebenso enttäuscht wie seine Mannschaft, die nach dem Spiel selbstkritisch zusammenstand. Ärgerlich war die Niederlage durchaus, doch diese war nicht in der Schlussphase entstanden. Vielmehr erlaubten sich die Angriffsspieler in der ersten Spielhälfte zu viele Aussetzer, Co-Trainer Mohamed Subab analysierte eine Trefferquote von unter vierzig Prozent.
Dennoch kann und darf das Trainergespann einiges Positive aus dem Spiel ziehen. So bewies die Defensive durchaus Oberliganiveau, doch im Angriff fehlt einfach ein Spieler, der gerade in brenzligen Situationen Ruhe ins Spiel bringt. Einer der möglichen Kandidaten: Maximilian Schreiber. Der machte sich trotz seines Pferdekusses vor Wochenfrist warm, wartete dann allerdings gemeinsam mit Lars Zalik auf der gegenüberliegenden Seite der Auswechselbank die erste Hälfte ab. Der andere: Jochen Schloß, der nach seiner langen Verletzungspause mit einer ungeschickten Abwehrbewegung nach nur wenigen Einsatzminuten mit der roten Karte bestraft.
So entschied sich Trainer Koch in der Pause, vor allem wegen der schwachen Erfolgsquote der Außenspieler, für Zalik anstelle von Schreiber. Dieser bestätigte die Entscheidung des Trainers mit drei Treffern bei drei Versuchen. Lerzer kam ebenfalls auf drei Tore bei seinem Comeback.