Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Übernachten in der Kurstadt: Gästebeitrag steigt

Wer in Bad Dürkheim übernachtet, soll einen höheren Beitrag zum Erhalt und dem Ausbau der Infrastruktur leisten. Das Bild zeigt
Wer in Bad Dürkheim übernachtet, soll einen höheren Beitrag zum Erhalt und dem Ausbau der Infrastruktur leisten. Das Bild zeigt den Kurpark.

Übernachtungsgäste in Bad Dürkheim müssen ab dem 1. Januar 2025 einen höheren Gästebeitrag bezahlen. Allerdings kommt die Erhöhung später als zunächst vorgeschlagen.

Auslöser für die Diskussion um eine Erhöhung des Gästebeitrags sind die Kosten für Umbau und Sanierung der Brunnenhalle, die gegenfinanziert werden müssen. Bislang sei es gängige Praxis gewesen, dass die Stadt bei Investitionen in die touristische Infrastruktur in Vorleistung gehe, sagte Marcus Brill, Fachgebietsleiter Kultur und Tourismus, in der gemeinsamen Sitzung von Tourismus- sowie Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag. So sei der Gästebeitrag beispielsweise nach dem Wiederaufbau des Gradierbaus oder der Investition in den Kurpark erhöht worden. „Allerdings haben wir in der Größenordnung wie jetzt auch noch nicht investiert“, sagte Brill. Die Therme sei ein Angebot, das es in der gesamten Pfalz nur noch in Bad Bergzabern gebe.

Die Gästekarte, die die Zahler des Beitrags erhielten, biete Leistungen wie freien Eintritt in den Gradierbau, freie Waben im Öffentlichen Nahverkehr, reduzierten Eintritt ins Salinarium oder günstigere Städteführungen. Dafür sollen Übernachtungsgäste in der Hauptsaison künftig drei statt zwei Euro bezahlen, Jugendliche und schwerbehinderte Menschen sollen dann 1,50 Euro statt wie bislang einen Euro zahlen. Die Verträge mit den Kliniken, die bislang pauschal den Gästebeitrag für ihre Patienten entrichten, sollen 2026 neu verhandelt werden.

Aus Rücksicht auf Betriebe verzögert

Doch die Erhöhung kommt nicht wie von der Verwaltung vorgeschlagen zum 1. Juli kommenden Jahres. Grund: Die Hotels in der Stadt haben bereits viele Buchungen für 2024 erhalten – zu den derzeit gültigen Konditionen. „Sollten Sie die Erhöhung zum geplanten Zeitpunkt durchsetzen, bleiben die Beherbergungsbetriebe auf den Kosten des erhöhten Gästebeitrags sitzen“, warnte Nils Hauer, Kreisvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), in einer Stellungnahme an die Stadtverwaltung. Dass eine Erhöhung kommen müsse, sei ihm und seinen Kollegen aber klar, so Hauer weiter. Weniger verständnisvoll zeigte sich Martina Berwing, Chefin des Gartenhotels Heusser. Eigentlich sei es Zeit, den Gästebeitrag zu senken, sagte Berwing, die Mitglied des Tourismusausschusses ist. Die Leistungen der Gästekarte seien in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt worden, nur der Eintritt in die Saline sei noch kostenfrei. Der ÖPNV „findet am Wochenende nicht statt“, das Ruftaxi-Angebot funktioniere nicht, kritisierte Berwing.

Uwe Krauß, Chef des Hotel-Restaurants Fronmühle und FWG-Stadtratsmitglied, sprach sich wie Dehoga-Kreisvorsitzender Nils Hauer für eine Verschiebung der Erhöhung auf den 1. Januar 2025 aus. „Die Brunnenhalle ist noch nicht verabschiedet, die Therme noch nicht fertig“, sagte er.

Höhere Einsparungen

Bürgermeister Christoph Glogger (SPD) befürwortete ebenfalls eine Verschiebung als „Zeichen an die Betriebe“. Die durch den späteren Start der Erhöhung fehlenden 100.000 Euro im Haushalt 2024 – insgesamt rechnet die Verwaltung durch die Erhöhung mit Mehreinnahmen von 200.000 Euro im Jahr – sollen über die Kürzung der 150 am stärksten überplanten Konten im Haushalt gegenfinanziert werden. Diesem Vorschlag schlossen sich Haupt- und Finanzausschuss sowie Tourismusausschuss in der einstimmigen Empfehlung an den Stadtrat an. Dieser hat am 12. Dezember das letzte Wort, wobei eine Zustimmung höchstwahrscheinlich ist.

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