Bad Dürkheim Sanierte Alt-Deponie jetzt noch bepflanzt
Nach dem Abschluss von Rekultivierungsmaßnahmen ist für die BASF die Sanierung ihrer Alt-Deponie am Feuerberg beendet, die das Unternehmen nach eigenen Angaben 12,5 Millionen Euro gekostet hat. Jedoch ist die BASF weiter damit beschäftigt, Schadstoffe aus dem abgepumptem Wasser der Deponie herauszufiltern.
„Feld 3“ heißt die 1,7 Hektar große Alt-Deponie auf dem Feuerberg, die die BASF 1970 an den Bund zum Bau der Anschlussstelle Feuerberg verkauft hat. Laut BASF ist heute nicht mehr nachzuvollziehen, was genau wo abgelagert wurde. Insgesamt liegen etwa 19 ehemalige Deponien auf dem Feuerberg, fünf hat die BASF genutzt. Im „Feld 3“ sollen laut BASF Erdaushub und Bauabbruch, Asche und Schlacke, allgemeiner Werksmüll (Sperrmüll, hausmüllähnlicher Gewerbemüll), Kalkrückstände und nicht brennbare Betriebsrückstände gelagert worden sein. Nun sichert eine 560 Meter lange und 80 Zentimeter dicke Betonschlitzwand das „Feld 3“ nach außen ab. Dadurch soll ein Austritt von Schadstoffen ins Grundwasser dauerhaft verhindert werden. Mit dem Bau dieser Wand war die Firma Bauer aus dem bayrischen Schrobenhausen im Auftrag der BASF von Januar 2017 bis Dezember 2018 beschäftigt. Dabei kam auch ein 120 Tonnen schwerer Seilbagger zum Einsatz, der ein 30 Meter tiefes Loch für die Schlitzwand gegraben hat. Zehn Bauabschnitte waren nötig. Zweimal musste der Autobahnzubringer, die Landesstraße 527, aufgebrochen werden. Die Oberfläche der Alt-Deponie ist mit einer Kunststofffolie abgedichtet, in rund 35 Metern Tiefe soll eine undurchdringliche natürliche Tonschicht das Abfließen von Sickerwasser nach unten verhindern. Zusätzlich wird der Grundwasserpegel im Deponiefeld im Verhältnis zum Außenbereich um einen halben Meter abgesenkt. Dazu wird pro Stunde etwa ein Kubikmeter Wasser aus der Deponie in Richtung Dürkheimer Kläranlage über 1,2 Kilometer lange Leitungen abgepumpt. Dort werden in einer gesonderten Vorbehandlungsanlage, um die sich BASF-Mitarbeiter kümmern, Schadstoffe herausgefiltert. Laut BASF handelt es sich dabei um Pflanzenschutzmittelrückstände, aromatische Kohlenwasserstoffe wie Naphthalin und anorganische Stickstoffverbindungen. Nach der Vorbehandlung wird das Wasser zur abschließenden Reinigung in die Kläranlage abgeleitet, teilte eine BASF-Sprecherin mit. Zu sehen sind auf der bepflanzten Deponiefläche jetzt nur noch einzelne technische Einrichtungen, wie beispielsweise Entnahmebrunnen und Messstellen, mit deren Hilfe die ordnungsgemäße Funktion der Maßnahme laufend überprüft wird. Im Jahr 2010 war durch private Messungen des Diplom-Chemikers Gunter Stockinger entdeckt worden, dass aus der Deponie Schadstoffe ins Grundwasser gelangen und Richtung Erpolzheim und Birkenheide ins Bruch gespült werden. Erster Sanierungsschritt war es deshalb, diese „Fahne“ zu stoppen. Naturschützer und Anlieger hatten einen kompletten Aushub der Deponie samt Verbrennen der Altlasten gefordert. Die BASF hatte sich nach der Abstimmung mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion für die Einkapselung entschieden.