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Donnerstag, 29. November 2018 Drucken

Südwest

Mainz: Rettungsdienste wollen Hubschrauber in Pirmasens und Zweibrücken stationieren

von Andreas Ganter

Blick ins Innere: Der momentan in Sembach stationierte Rettungshubschrauber ist deutlich größer als die anderen Helikopter in der Region. Das erleichtert dem medizinischen Personal das Arbeiten in der Luft.

Blick ins Innere: Der momentan in Sembach stationierte Rettungshubschrauber ist deutlich größer als die anderen Helikopter in der Region. Das erleichtert dem medizinischen Personal das Arbeiten in der Luft. (Foto: View)

Die Westpfalz ist bei Betreibern von Rettungshubschraubern offenbar ein begehrtes Gebiet. Im Innenausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags kam am Mittwoch heraus, dass es Interessenten gibt, die in Zweibrücken und Pirmasens Rettungshubschrauber stationieren wollen.

Eigentlich sollte es bei der Sitzung in Mainz nur um den Rettungshubschrauber gehen, der seit 22. Oktober von Sembach (Kreis Kaiserslautern) aus in die Lüfte steigt. Wie berichtet, hat das Westpfalz-Klinikum einen Vertrag mit der Johanniter Unfall Hilfe (JUH) geschlossen. Der Hilfsdienst stellt dem Krankenhaus einen Hubschrauber für Patientenverlegungen zwischen den einzelnen Standorten des Westpfalz-Klinikums zur Verfügung. Der Bedarf für solche Einsätze wird von den Verantwortlichen mit etwa fünf Fällen pro Jahr angegeben.

Dreistellige Anzahl an Einsätzen

Die politisch Verantwortlichen, die gleichzeitig im Aufsichtsrat des Westpfalz-Klinikums sitzen, feiern das dennoch als Erfolg. Sie haben es auf diese Weise geschafft, einen lange geforderten Rettungshubschrauber in der Westpfalz zu stationieren. In Notfällen muss nämlich immer der Hubschrauber alarmiert werden, der am nächsten ist. Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) ließ am Mittwoch bei der Ausschusssitzung durchblicken, dass die Johanniter Unfall Hilfe das Land mit dem Vorgehen überrumpelt hat. Er sprach von einem „außergewöhnlichen Vorgehen“, das für „Verwirrung“ gesorgt habe.

Bislang beharrte das Land darauf, dass in der Westpfalz kein Rettungshubschrauber notwendig sei, weil es ja solche Maschinen in Ludwigshafen, Mainz und Saarbrücken gebe, die schnell genug vor Ort sein könnten. Weil der Hubschrauber der JUH aber mittlerweile schon eine dreistellige Anzahl an Einsätzen vorweisen kann, gibt es wohl die Bereitschaft, den Bedarf neu zu analysieren. Laut Stich soll das nun länderübergreifend geschehen, sprich: das Saarland soll in die Planungen miteinbezogen werden. Sollte eine Analyse den Bedarf nachweisen, so Stich, werde das Land einen Rettungshubschrauber-Standort für die Westpfalz planen. Mögliche Betreiber müssten sich dann an einem europaweiten Ausschreibungsverfahren beteiligen. Anders gehe das nicht, so der Staatssekretär.

Zwei weitere Interessenten

Auf Nachfrage des Zweibrücker CDU-Abgeordneten und Mediziners Christoph Gensch räumte Stich ein, dass es neben der Johanniter Unfall Hilfe zwei weitere Interessenten gebe, die in der Westpfalz einen Rettungshubschrauber installieren wollen. Konkret liegt ein Antrag vor, demzufolge die DRF-Luftrettung einen Helikopter in Zweibrücken stationieren will. Nach Informationen der RHEINPFALZ laufen dazu schon länger Gespräche. Dabei wird auch eine Zusammenarbeit mit dem wenige Kilometer entfernten Uni-Klinikum in Homburg geprüft. Denn dort besteht zwar ein Bedarf für einen Hubschrauber für Spezialtransporte, allerdings fehlt die Infrastruktur für einen solchen. Unter anderem müssen die Fluggeräte nachts in einem Hangar stehen. Aber auch der unmittelbare Zugang zu einer Tankstelle muss geregelt sein. Das wäre am Flughafen Zweibrücken möglich. Denkbar wäre, dass der Helikopter nachts in Zweibrücken steht und tagsüber in Homburg bereitgehalten wird.

Ein weiterer, am Mittwoch nicht namentlich genannter Interessent beabsichtigt laut Staatssekretär Stich, einen Rettungshubschrauber in Pirmasens zu stationieren. Der SPD-Politiker verwies mit Blick auf die potenziellen Interessenten auf die nun laufende Analyse. Sollte der Bedarf gegeben sein, werde eine Ausschreibung alles abdecken – gerade die länderübergreifende Funktion des Rettungshubschraubers müsse dabei im Blick behalten werden.

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