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Dienstag, 22. April 2014 Drucken

Wirtschaft

Tehalit strebt wieder aufwärts

Der Südwestpfälzer Hersteller von Kabelinstallationssystemen startet nach Umsatzeinbuße gut ins Jahr 2014

Von Mechthild Treusch

 

HELTERSBERG. Nach einem schwierigem Jahr läuft das Geschäft bei der Tehalit GmbH gut. Für 2014 rechnet der Südwestpfälzer Hersteller von Kabelinstallationssystemen, der zur Hager-Gruppe gehört, wieder mit einer Umsatzzunahme. Ein deutliches Wachstum wird beim Geschäftsfeld Elektromobilität erwartet.

 

 

Auf 167 (Vorjahr: 175) Millionen Euro ging der Umsatz 2013 zurück. Den Grund dafür sieht Geschäftsführer Ralf Swoboda im langanhaltenden Winter, aber auch in der schwierigen Situation auf dem französischen Markt. Frankreich ist mit etwa 20 Prozent Umsatzanteil vor anderen westeuropäischen Ländern größter Exportmarkt des Unternehmens. Etwa die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet Tehalit im Inland. Der russische und der ukrainische Markt spielen kaum eine Rolle für Tehalit, stellten aber ein großes Potenzial dar, so Swoboda.

In das Jahr 2014 ist der Hersteller von Kabelinstallationssystemen aus Kunststoff gut gestartet, so Swoboda – die milde Witterung ist nun von Vorteil für die Bauwirtschaft. Derzeit liege man um 4 Prozent über dem Vorjahreswert. Für 2014 gehen er und Standortleiter Kay Schmidt von einem „verhaltenen Umsatzwachstum aus“. Dazu trägt unter anderem eine stabile Nachfrage im Inland bei, aber auch eine deutliche Verbesserung im krisengeschüttelten Spanien.

Stabil geblieben ist mit rund 1,6 Milliarden Euro der Umsatz der saarländischen Hager-Gruppe (Blieskastel), zu der Tehalit seit 1996 gehört. Der Elektrokonzern beschäftigt weltweit 11.400 Menschen, davon 3400 in Deutschland. Am Standort Heltersberg arbeiten weitgehend unverändert etwa 660 Menschen, darunter 31 gewerbliche Auszubildende und 37 Leiharbeitnehmer.

Man wolle breit aufgestellt sein, um unabhängig von Krisen zu werden, so Swoboda. Eine Möglichkeit bietet aus seiner Sicht die Weiterentwicklung von klassischen Produkten für spezielle Marktanforderungen. So würden in Skandinavien weniger Brüstungen für Kabelkanäle gefragt, sondern mehr Standsäulen. Stärken wolle man auch das Projektgeschäft, also die Entwicklung kompletter Lösungen für die Stromführung im Gebäude. Dazu gehört ebenfalls das „vernetzte Haus“ samt Stromladestation für das Elektroauto – ein Thema, das Tehalit derzeit in einem Musterhaus am Standort weiterentwickelt.

Noch im einstelligen Prozentbereich liegt der Umsatzanteil des jungen Geschäftsfeldes Elektromobilität. Einen Schub erwartet das Unternehmen allerdings nun durch die Einführung weiterer E-Modelle großer Automobilhersteller. Etwa 2000 Ladestationen für Elektroautos hat Tehalit 2013 in Heltersberg hergestellt, vor allem für den Wohnbereich und für Firmen. Für 2014 geht Swoboda bereits von der doppelten Anzahl aus. Nach Frankreich sei inzwischen auch die Niederlande interessiert, stellt Swoboda fest. Deutschland sei damit zwar nicht vergleichbar, aber man erwarte, dass die Nachfrage nun auch im Inland ansteige.

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