Musik
Udo Lindenberg und Apache 207 mit „Komet“: Zwei echt coole Jungs
Das nennt man dann wohl Familienzusammenführung, eine Brücke zwischen den Generationen. Da ist auf der einen Seite Udo Lindenberg, der Held der eigenen Jugend, dessen Fans ja durchaus noch älter sind als man selbst. Eine Ikone der deutschen Musik, der ewige Panikrocker. Der Unangepasste schlechthin, der schon immer sein Ding gemacht hat. Auf der anderen der Ludwigshafener Rapper Apache 207, dessen Fangemeinde wahrscheinlich nicht unbedingt schon mal etwas von dem Mann mit Sonnenbrille und Schlapphut aus dem Hamburger Hotel Atlantis gehört hat.
Die Sonnenbrille als Markenzeichen
Und doch haben sie sich gefunden, haben Udos neuen Song „Komet“ gemeinsam aufgenommen und zugleich auch ein ziemlich cooles Video dazu gedreht. Denn cool sind sie ja beide – nicht nur wegen der Sonnenbrille, von der sich Apache wie Udo nur sehr ungern trennen. Und wenn sie sie dann abnehmen, geht der Blick durch Mark und Bein. Oder so ähnlich halt.
Für Apache ist das eine Art Ritterschlag. Für Udo eine neuerliche Frischzellenkur, schließlich hat er schon immer mit viel jüngeren Künstlern zusammengearbeitet, sei es mit Clueso oder mit Jan Delay, um nur Beispiele zu nennen. Und jetzt eben mit Apache. Beide erzählen in Interviews, dass sie gegenseitig die Konzerte des anderen in Mannheim besucht und danach „die Köpfe zusammengesteckt“ hätten.
Udo als Pflichtverteidiger
Das Video erzählt so ein typisches Apache-Ding, er hat mal wieder Mist gebaut, ein bisschen Körperverletzung, ein abgebrochener Spiegel, zwei geklaute Bierflaschen in der Tanke. Aber der Junge aus LU hat Glück, er hat einen guten Verteidiger, der vor Gericht die Losung des Songs klarmacht: „Und wenn ich geh’, dann so, wie ich gekommen bin, wie ein Komet.“
Beide, Udo wie Apache, spielen mit wunderbarer Selbstironie ihre Charaktere, wobei das bei Udo ja ohnehin zum Lebensmotto gehört: „Nimm dich bloß nicht zu ernst!“ Musikalisch scheinen sich beide beeinflusst zu haben, jedenfalls hört man Udo wie Apache aus dem Song raus. Und eines wird eben auch zum wiederholten Mal deutlich: Welch großartige Stimme Apache hat.
Verurteilt wird Apache in dem Video aber trotz seines Verteidigers: zu Hausarrest, den er allerdings verbringen kann, wo er möchte. Da fällt die Wahl nicht schwer. In der Schlusssequenz sitzen die beiden mit Zigarren in der Hand auf einem Hoteldach in Udos Hamburger Zuhause, dem Hotel Atlantic.