Kultur Unter Kollegen

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Dass die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz ein Klangkörper bestehend aus hervorragenden Musikern ist, dürfte bekannt sein. Doch abgesehen von den regelmäßigen Kammerkonzerten in der Ludwigshafener Philharmonie bekommt man das Orchester eben nur als Ganzes zu hören. Die solistischen Fähigkeiten werden allenfalls an exponierten Stellen der jeweiligen Partituren offenkundig. Das soll sich mit dieser Spielzeit ändern. Es gibt nämlich eine eigene kleine Konzertreihe, in der die Orchestermitglieder als Solisten agieren.

Natürlich sind die Konzerte der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz immer auch ein Anlass, um internationale Stars der Klassik-Szene zu erleben. Das ist alleine schon in der klassischen Konzert-Dramaturgie begründet, die im Regelfall neben eine große Sinfonie vor allem aus der Epoche der Romantik ein Instrumentalkonzert stellt. Das Orchester hat dann vor der Pause vor allem eine begleitende Funktion, auch wenn es manchmal gleichberechtigter Partner ist. Aber erst mit dem sinfonischen Werk nach der Unterbrechung können die Musiker dann sozusagen zeigen, was in ihnen steckt. Mitunter auch in kurzen exponierten solistischen Passagen, sei es am ersten Pult der Geigen, auf den Solo-Bläserstellen in Holz und Blech. Das sind dann so die Momente, in denen man tief in das Innenleben eines Organismus namens Orchester blicken kann. Einer beziehungsweise einzelne gehen voran, und ihr Triumph wird zum Triumph für das gesamte Orchester. Bei Missgeschicken leidet der gesamte Klangkörper sprichwörtlich mit. Seit dieser Spielzeit ist das jedoch alles ein wenig anders. Vier Konzertprogramme werden von Solisten aus den eigenen Reihen der Staatsphilharmonie geprägt. Das erste Konzert fand bereits Ende Oktober statt: Konzertmeister Nikolaus Boewer und Solo-Cellist Florian Barack präsentierten in Worms und Mannheim das Doppelkonzert für Violine und Cello von Johannes Brahms. Und die nächste Möglichkeit, Philharmoniker als Solisten zu erleben, bietet sich heute in Ludwigshafen und morgen in Wörth: Unter der Leitung von Christof Prick wird die Staatsphilharmonie dann neben der vierten Sinfonie von Gustav Mahler (mit der Sopranistin Katharina Ruckgaber) die Sinfonia concertante in Es-Dur von Mozart spielen. Die vier Bläsersolisten in diesem so abgrundtief schönen Werk des Salzburger Meisters sind: Gerhard Kraßnitzer (Klarinette), Jakob Fliedl (Fagott), Vicente Castelló-Sansaloni (Oboe) und Stefan Berrang (Horn). Zwei Tage vor dem Konzert sitzen die vier Musiker relativ gelassen im Chefzimmer der Philharmonie. Das ist derzeit noch verweist, da das Orchester ohne Chefdirigent durch die Spielzeit gehen wird. Doch bei aller Gelassenheit ist die Konzentration hoch. „Es ist schon noch einmal etwas ganz anderes als kurze solistische Einsätze in einer Sinfonie zu spielen“, erläutert Hornist Stefan Berrang. Und Solo-Klarinettist Gerhard Kraßnitzer ergänzt: „Vorne, vor dem Orchester zu stehen, ist eine ganz andere Herausforderung.“ Es ist auf jeden Fall eine außergewöhnliche Situation für die vier Musiker, denn als Solisten seien sie eher selten unterwegs, dazu ließe der Dienstplan in einem Sinfonieorchester einfach zu wenig Zeit. Unter besonderer Beobachtung durch die Kollegen fühle man sich jedenfalls nicht. Im Gegenteil, zu wissen, dass hinter einem das eigene Orchester spiele, gebe sogar „mehr Sicherheit“, so Kraßnitzer, der auch Orchestervorstand der Deutschen Staatsphilharmonie ist. Alle vier sind jedenfalls dankbar für die Chance, mit dem eigenen Orchester zusammen als Solisten auf der Bühne zu stehen. „Ich habe als Orchestervorstand wie auch als Solo-Klarinettist immer wieder darauf hingewiesen, dass wir das Potenzial des Orchesters doch nutzen sollten. Und ich bin froh, dass dies in dieser Saison möglich ist“, so Kraßnitzer. Termine Heute, Donnerstag, 15. November, ab 19.30 Uhr, Pfalzbau Ludwigshafen, und Freitag, 16. November, ab 19.30, Festhalle Wörth: Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Dirigent: Christof Prick. Auf dem Programm stehen Mozarts Sinfonia concertante, KV 297b und Gustav Mahlers vierte Sinfonie in G-Dur.

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