Ludwigshafen
Staatsphilharmonie bei der BASF
Das erste Wort des Berichts über das dritte Sinfoniekonzert dieser Saison im Ludwigshafener BASF-Feierabendhaus gilt der Dirigentin. Am Pult der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hat die junge Koreanerin Sora Elisabeth Lee Ausrufezeichen gesetzt bei Griegs Peer-Gynt-Suiten Nr. 1 und 2 und vor der Pause bei Beethovens Klavierkonzert in Es-Dur (op. 73): als optimale Partnerin der vorzüglichen Solistin Katharina Treutler beim konzertanten Dialog.
Die in den vergangenen Jahren besonders in Frankreich in renommierten Konzertsälen, an großen Theatern und bei prestigeträchtigen Festivals erfolgreiche Dirigentin profilierte sich auch diesmal im Feierabendhaus als Pultvirtuosin mit exemplarisch klarer, sehr beredter Zeichengebung als äußerst klar disponierende, den Apparat unermüdlich zu angespannt energiegeladenem Spiel animierende Orchesterleiterin mit zündendem Temperament.
Keine Leerläufe
Dementsprechend gab es an diesem Abend keine Leerläufe, wirkte nichts nebensächlich. Vielmehr gelang es Lee, ein mehr als beträchtliches Maß an sonoren Energien zu entfesseln, wurden musikalische Charaktere stets plastisch ausgeformt, stand Ausdruck – sowohl bei Beethoven als auch bei Grieg – vom ersten bis zum letzten Ton groß geschrieben. Und Differenzierung ebenfalls: Dynamische Schattierungen, Akzentuierungen Klangabstufungen wurden stets plastisch nachvollzogen und musikalische Charaktere differenziert ausgeformt. Nicht zu vergessen überdies das durchweg plastische Profil der musikalischen Charaktere und ganz besonders die Herztöne, die es zum Schluss bei Solveigs Lied aus „Peer Gynt“ zu vernehmen gab. Nebenbei: Der beträchtliche gestische Aufwand, mit der Lee agierte, hat sich zweifellos ausgezahlt: Die Staatsphilharmonie folgte ihr sehr willig und feierte sie am Ende begeistert.
Mit Feinschliff
Im ersten Teil des Abends entspann sich bei Beethoven der konzertante Dialog zwischen der vorzüglichen, sehr kultiviert spielenden Solistin Katharina Treutler und dem Orchester vielschichtig und durchweg stilvoll, wobei sich die Pianistin besonders durch den Feinschliff ihrer Gestaltungsweise für sich einnahm. Für den Publikumsbeifall bedankte sie sich dann mit einer eleganten Aufführung Franz Liszts virtuoser Klavierbearbeitung von Schuberts Ständchen „Leise flehen meine Lieder“ als Zugabe.