Fernsehen
Sebastians Fitzeks Debüt „Die Therapie“ ist endlich als Serie verfilmt
„Lesen Sie das Buch bitte nicht vor der Ausstrahlung! Erst hinterher sollten Sie beide Versionen auf Parallelen und Abweichungen abklopfen,“ appelliert Sebastian Fitzek vor der Ausstrahlung von „Die Therapie“ an die Zuschauer. Sein Romandebüt stürmte 2006 an die Spitze der Bestsellerlisten und erlebte 47 Auflagen. Auf eine Verfilmung aber mussten Fans lange waren, obwohl die Filmrechte kurz nach dem Erscheinen des Romans verkauft wurden. „Als frisch gebackenem Jungautor wurde mir das Blaue vom Himmel versprochen. Ich wähnte mich schon auf den Hollywood Hills bei der Premiere einer Starbesetzten Kinofassung“, erzählt Fitzek. „Nach Finanzierungsprobleme und 17 Drehbuchfassungen verlief das Vorhaben im Sand.“
Einen neuen Anlauf wagte Produzenten-Urgestein Regina Ziegler mit den Amazon Studios. Mit der Konstellation ist der 52-jährige Autor sehr glücklich. „Der Psychothriller ist per se sehr verwirrend und hat eine komplexe Geschichte. Wenn der Zuschauer durch Werbeunterbrechungen dauernd aus der Handlung rausgerissen wird, kann er schlecht folgen und die Spannung stellt sich kaum ein.“
Bei der Adaption durch Thor Freudenthal und Ivan Sainz-Prado blieb das Grundgerüst des Romans erhalten. Die Serie mit Stephan Kampwirth, Trystan Pütter, Emma Bading und Helena Zengel in den Hauptrollen folgt zwei Handlungssträngen. Auf der einen Seite steht Psychiater Viktor Larenz. Vor zwei Jahren löste der Schmerz nach dem Verschwinden seiner zwölfjährige Tochter Josy einen Nervenzusammenbruch bei ihm aus. Auf einer herbstlichen Nordseeinsel versucht er nun einen Neuanfang, der durch die geheimnisvolle Anna Spiegel gestört wird. Zugleich tritt Dr. Roth seine Stelle als Oberarzt an. Bei seinem alten Arbeitgeber wandte er nicht zugelassene Therapien an, damit sich Patienten ihrer Vergangenheit stellen können. „Ich bin sehr zufrieden. In alle Änderungen war ich involviert, eine habe ich sogar selbst angeregt, weil ich sie auch im Roman jetzt vornehmen würde“, sagt Fitzek.
Sei Debüt kreist um die seelische Verletzlichkeit von Kindern, was den Ängsten um das Aufwachsen der eigenen vier Kinder geschuldet sei, sagt Fitzek. Sein Freund Uwe Koschwitz, mit dem er den Berliner Radiosender RTL gemeinsam groß machte, machte ihn auf eine weitere persönliche Dimension seines Romans aufmerksam. In der Figur des Larenz habe er das Schicksal eines gemeinsamen Freundes verarbeitet. „Die Erkenntnis hat mich zunächst geschockt“, so Fitzek. Seitdem wisse er, dass sein Unterbewusstsein als Koautor die Feder führt.
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