Kino RHEINPFALZ Plus Artikel Nils berichtet: Tolle Kinderfilme von überall her

Ramin in der Tanzstunde: Traut er sich, seine erste Liebe aufzufordern?
Ramin in der Tanzstunde: Traut er sich, seine erste Liebe aufzufordern?

Beim internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg gibt es ein extra spannendes Kinderfilmprogramm.

So lange war es nicht möglich, ins Kino zu gehen! Das fanden ja nicht nur die Erwachsenen total schade, sondern natürlich auch wir Biberkinder. Und dass nun auch zweimal die Preisverleihung des Goldenen Nils beim Festival des Deutschen Films auf der Ludwigshafener Parkinsel ausfallen musste, war für mich besonders schlimm. Als kleiner Trost wurde ich in die Jury eines besonderen Kinder-Filmfestivals, dem Kikife in Schwäbisch Gmünd, berufen, das Ende Oktober stattfand. Das beste: Dort konnte ich sechs ungewöhnliche Kinderfilme schauen, von denen nun tatsächlich auch zwei auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg zu sehen sein werden. Und ihr werdet es nicht glauben: Es sind die Gewinnerfilme des Kikife.

Als Familie zusammenhalten

„Any Day now“ hat mich ganz besonders berührt: Es ist ein Film, der davon erzählt, wie eine Familie unter schwierigsten Bedingungen zusammenhält, jeden Tag durch liebevoll-respektvolles Miteinander, aber auch mit viel Humor zu einem wertvollen Tag macht: Der 13-jährige Ramin lebt mit seiner kleinen Schwester und seinen Eltern in einem kleinen Zimmer in einer finnischen Flüchtlingsunterkunft. Und obwohl sie wissen, dass sie jederzeit wieder in den Iran abgeschoben werden können, steht immer das Leben im Hier und Jetzt im Vordergrund: Ramins Abenteuertage mit seinem besten Schulfreund, eine Geburtstagsfeier im Asylbewerberheim, die unbeschwerten Nachmittage bei ihren finnischen Fast-Großeltern. Und dann verliebt sich Ramin auch noch in das schönste Mädchen an der Schule ...

Ein Einhorn in den norwegischen Bergen

Auch der zweite Gewinnerfilm erzählt eine ziemlich dramatische Familiengeschichte, ebenfalls im hohen Norden: „Tottori – Kopfüber ins Abenteuer“ schickt die besonnene, neunjährige Vega zusammen mit ihrem eher leichtsinnigen Papa und der kleinen Schwester Bille in eine abgeschiedene Bergregion zum Wandern. Der Vater stürzt in eine Bergspalte, die beiden Mädchen machen sich auf den Weg, um Hilfe zu holen. Das klingt zunächst nicht so besonders. Wenn man aber weiß, dass Bille in einem Superheldinnenkostüm samt Shirt mit Glitzereinhorn-Aufdruck unterwegs ist – das Einhorn nennt Bille übrigens fröhlich „Tottori“ –, kann man schon ahnen, dass da einiges passiert, womit wirklich niemand gerechnet hätte ...

Erfinder des „Drachen Kokosnuss“ kommt

Außer diesen beiden Filmen gibt es aber noch sieben weitere tolle Kinderfilme aus aller Welt im Festivalprogramm: von starken Mädchen, Agenten, Pferden und Weltraumabenteuern. Außerdem haben die Festivalmacher auch zwei besondere Veranstaltungen für Kinder organisiert: Am morgigen Samstag, 11 Uhr, kommt der Schriftsteller Ingo Siegner in die Alte Feuerwache nach Mannheim und liest aus seinem Buch „Der kleine Drache Kokosnuss und die Drachenprüfung“. Am kommenden Dienstag, 10.30 Uhr, kommt der Geschichtenerzähler und Illustrator Mehrdad Zaeri ins Mannheimer Dalberghaus, um mit Schulklassen gemeinsam zu fabulieren, wie Oma Nagute so etwas nennen würde.

Info

Wann welcher Film wo genau läuft, könnt ihr im Internet unter www.iffmh.de nachschauen. Dort findet ihr auch die Inhaltsangaben zu den anderen Filmen. Und Tickets kann man auch online lösen.

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