E-Mail aus Palatina
Konzerte und Workshops mit dem Calmus Ensemble Leipzig in der Vorderpfalz geplant
Nichts steht derzeit so sehr unter pandemischem Generalverdacht wie das Singen in der Öffentlichkeit, zumal im Chorverbund. Da kommt das aktuelle Projekt der Jungen Kantorei St. Martin als Mutmacher gerade recht – eine Leuchtboje im derzeit so stillen Ozean nicht stattfindender Oratorienkonzerte und Bühnenspektakel.
Auf Einladung von Ute Hormuth, der lokalen Kirchenmusikerin im südpfälzischen Weinort St. Martin, gastiert zum Monatsende das Leipziger Calmus Ensemble mit zwei Programmen, die jeweils im Doppelpack einmal im Festsaal des Hambacher Schlosses, am Folgetag in der Katholischen Kirche Edesheim zu erleben sein sollen.
Wunderbare Musik im Gepäck
Die hochprofessionellen Vokalisten aus Leipzig, zwei davon ehemalige Thomaner, als Solisten wie im Quintett bestens reputiert, haben wunderbare Musik im Notengepäck. Ganz der Mottospur des (sponsernden) Kultursommers Rheinland-Pfalz folgend, werden Anja Pöche (Sopran), Stefan Kahle (Countertenor), Friedrich Bracks (Tenor), Ludwig Böhme (Bariton) und Manuel Helmeke (Bass) Aufregendes aus dem kompositorischen Fundus der nordischen Hemisphäre aus dem vokalen Hut zaubern. Zwischen Henry Purcell, Edvard Grieg, Fredrik Sixten und Ola Gjeilo tummeln sich, wunderbar arrangiert, Irish Folksongs, Harald Banters „Galgenlieder“ und traditionelles Liedgut aus Finnland, Schweden und Island.
Eine Reise also auch in ein wohl fremd anmutendes musikalisches Terrain. Und die leitet zum zweiten und wesentlichen Aspekt des außergewöhnlichen Calmus-Auftritts in der Pfalz über. Weswegen sich potente Sponsoren wie der Bezirksverband Pfalz, die Lottostiftung, die Glücksspirale und der Chorverband Pfalz etwa nicht lange bitten ließen: In vier Workshops, zwei davon im Festsaal des Hambacher Schlosses, erarbeitet „Calmus“ mit den Kinder- und Jugendformationen sowie der Erwachsenenkantorei St. Martin, aber auch mit einer der Chorklassen an der Gebrüder-Ullrich-Realschule plus Maikammer-Hambach Chorsätze nordischer Provenienz. Das Andere, das Fremde, das Neue – dafür soll geöffnet werden. Auf spielerischen Flügeln des Gesangs.
Die Lust am Singen beleben
Und jeweils eine der Chorgruppen wird bei den vier Konzerten gemeinsam mit „Calmus“ auf der Bühne musizieren. Unter der Schirmherrschaft von Corona, versteht sich, in gebührendem Abstand. Wie auch bei den Besucher-Arrangements das Reglement in Abstimmung mit einem DRK-Hygiene-Experten strikt befolgt werden wird. Die Lust am Singen zu beleben, sei das eine, so die Organisatoren. Nicht zuletzt aber wirbt „Calmus“, werben die Bühnen-Profis mit ihren Workshops, dezidiert für Toleranz und interkulturellen Dialog. Und für soziale Kompetenzen, für die das Singen im Chor Etüden wie aus dem Lehrbuch liefert.