Kultur
Kalender: Am 3. Februar 1959 starb Buddy Holly
In Lubbock, einer Stadt im Nordwesten von Texas, wurde er geboren; in Lubbock ist er auch begraben. Buddy Holly kam am 3. Februar 1959 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Er wurde nur 22 Jahre alt. Doch trotz seiner kurzen Karriere hat er Musikgeschichte geschrieben.
Filmdokumentationen wie die über Woodstock haben die Legenden von Janis Joplin oder Jimi Hendrix tief im Bewusstsein des Publikums verankert. Buddy Holly trat dagegen nie, wie viele andere Rock’n’Roll-Stars der 50er und 60er Jahre, in Filmen auf. Das erklärt, warum man sich heute kein deutliches Bild von ihm als Person machen kann. Dabei hätte Buddy Holly die Substanz für einen Mythos gehabt. Der Gegensatz vom netten und bescheidenen Alltagsverhalten und seinen Bühnenauftritten, bei denen er selbstsicher und wie ein Wirbelsturm über die Bretter fegte, hätte nicht größer sein können. Buddy Holly hatte sich selbst nicht für faszinierend gehalten, geschweige denn für einen romantischen Außenseiter. Doch diese Bescheidenheit war möglicherweise sein Trumpf und der Schlüssel zu seinem schnellen Erfolg. Er war der Junge von nebenan, und so waren auch seine Songs. Es gab Millionen von Jungs wie Buddy, die in ländlichen Vororten in ganz Amerika aufwuchsen. Und es gab eine Menge Mädchen von nebenan, die nach Freunden suchten, die ihnen mit Worten, die Holly auf seinen Platten sang, den Hof machen würden – und möglichst im gleichen Tonfall: zärtlich, nicht fordernd, aufrichtig und lieb. Buddy Hollys Songs wie „I Wanna Play House With You“, „Take Your Time“ oder „Think It Over“ enthielten alle die beruhigende Botschaft, dass wahre Liebe ewig hält.
Der Junge von nebenan
Buddy Holly selbst war ein durchschnittlicher Teenager, der zufällig das herausragende Talent besaß, den Idealismus und gleichzeitig die Unsicherheit und Treuherzigkeit der Teenager-Liebe in passende Lieder zu verpacken. Er war weder ein komplizierter Mensch noch ein Sonderling, doch seine Musik und seine dickrandige dunkle Brille, sein seltsamer, leichter Schluckauf und seine Stimme hinterließen ihre Zeichen in der Pop-Kultur. Fast unterzugehen drohte Buddy Hollys Bedeutung für die Musik an sich: Er experimentierte mit Zweispuraufnahmen, führte die Besetzung Lead- und Rhythmusgitarre, Bass und Schlagzeug ein, er war einer der ersten, die fast ausschließlich eigene Kompositionen verwendeten und sich von den konventionellen 12- und 16-Takt-Formen entfernten. Die Beatles, die Stones, Bob Dylan oder John Denver erklärten Buddy Holly zu ihrem Vorbild. Die verdiente Achtung und Anerkennung hat er aber erst nach 1971 erfahren, als Don McLean in seinem Song „American Pie“ Hollys Tod und darin dessen ersten Hit „That’ll Be The Day“ thematisierte.
Der Tag, an dem die Musik starb
„The day the music died“, wie Don McLean singt, war der 3. Februar 1959. Buddy Holly war gerade Teil der Show „The Winter Dance Party“ und ging mit ihr auf Tournee. In ihr traten die Platters auf, ein ehemaliger Discjockey, der als Sänger nun The Big Bopper hieß, und Ritchie Valens, der schon einen guten Namen in der Welt des Rock besaß, obwohl er erst 17 war. Die Show lief am 2. Februar in Clearwater/Iowa. Am folgenden Tag sollte sie im 400 Meilen entfernten Fargo gastieren. Den Musikern graute es vor der langen Fahrt in ihrem alten Bus mit defekter Heizung. Die Managerin charterte daher ein Flugzeug, in dem jedoch nur für drei Personen Platz war. An Bord gingen Big Bopper, Valens und Holly. Und stürzten ab. Die Wrackteile fand man weit verstreut in einem Kornfeld 5,5 Kilometer entfernt vom Flughafen in Mason City, wo sie abgeflogen waren. Alle vier Insassen waren tot. Die Untersuchungen ergaben keinen erkennbaren Grund für den Absturz. Rock’n’Roll war zu jener Zeit noch neu und wurde nicht ernst genommen, so nahm die breite Öffentlichkeit den Vorfall kaum zur Kenntnis, für die Teenager jener Zeit war der Tod Buddy Hollys jedoch eine riesige Katastrophe: „Der Tag, an dem die Musik starb“.
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