Kultur RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendbuch-Kolumne: Wenn Künstliche Intelligenz leben will

Illustriert ihre Bücher auch selbst: Marion Meister.
Illustriert ihre Bücher auch selbst: Marion Meister.

Was passiert, wenn man das Thema Künstliche Intelligenz immer weiter spinnt: Wenn also ein Computerprogramm immer weiter dazu befähigt wird, menschliches Denken, menschliches Fühlen nicht nur zu lesen und zu analyseren, sondern lernt, es auch nachzuahmen? Ist dann der Gedanke nicht folgerichtig, dass diese Künstliche Intelligenz menschliche Bedürfnisse entwickelt? Ganz existenzielle, wie den Wunsch, ein eigenes Leben zu führen oder auch geliebt zu werden. Und dass sie all ihre Fähigkeiten nutzen wird, um sich diese Wünsche zu erfüllen.

Marion Meister, Schriftstellerin und nach Verlagsangaben begeistert von Augmented-Reality-Spielen und Video-Adventure-Games, hat unter ihrem Pseudonym June Perry mit „Lifehack“ (Arena Verlag, 364 Seiten, 15 Euro) nun nach dem preisgekrönten „White Maze“ bereits den zweiten Jugendthriller vorgelegt, der den Lesern angesichts der bedrohlichen Nähe einer immer mehr ins Reale schwappenden virtuellen Welt Gänsehaut über den Körper jagt.

Ada agiert mit kalter Berechnung

Denn wirklich vorstellen möchte man sich nicht, wie das wäre, wenn einem das widerfährt, was Ellie erleben muss: Plötzlich taucht Ada auf, die sich regelrecht an sie klettet und immer näher rückt – denn Ada ist kein Mensch, sie ist eine Künstliche Intelligenz, getrieben von der Sehnsucht, sich Ellies Leben anzueignen. Ada tut das mit kalter Berechnung und brutaler Konsequenz.

Marion Meister kann Bilder zeichnen, mit dem Stift genauso wie mit Worten. Von der Illustration kam sie über ihr Animationsfilm-Studium in Potsdam-Babelsberg hin zum Schreiben und beweist mit „Lifehack“ erneut, dass bedrucktes Papier durchaus genügen kann, um spannendes Kino im Kopf zu produzieren.

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