Ludwigshafen Heimspiel für Pianisten Joseph Moog im Feierabendhaus der BASF
Dirigent des Abends war der blutjunge Finne Tamro Peltokosk, den Solopart in Rachmaninows drittem Klavierkonzert übernahm Joseph Moog. Natürlich ruhten aller Augen freundlich auf dem Pianisten. Moog ist Musikerkind, in Ludwigshafen geboren, obwohl er längst anderswo wohnt. Man sah es trotzdem als Heimspiel und applaudierte am Ende enthusiastisch. Das zu Recht. Moogs Rachmaninow kann sich hören lassen.
Das dritte ist das kniffligste der Klavierkonzerte, und wie locker, fast entspannt er das nicht nur bewältigt (was auf diesem Niveau eh selbstverständlich ist), sondern in seiner musikalischen Substanz offenlegt, zeigt den 35-Jährigen auf den ober(st)en Rängen der internationalen Pianistenzunft. International ist das Stichwort, Moog ist inzwischen weltweit unterwegs, die Liste der Auftrittsorte ist beeindruckend. Und da passt ein Schlachtross wie der Rachmaninow prima ins Reisegepäck.
Keine bloße Tasten-Spartakiade
Das kann man so oder so spielen: Tastensportlich und als virtuos aufgedonnerte Finger-Spartakiade oder aus der Erkenntnis heraus, dass es sich hier aller manuellen Finessen zum Trotz auch um Musik handelt.
Und die hat Joseph Moog so ernst genommen, dass man ihm nur mit Sympathie folgen konnte, Takt für Takt und bis zum nun doch aufgedonnerten Cinemascope-Finale, das das Gesamtbild nicht beschädigen konnte: Gut so! Auch gut: die schlichte Mendelssohn-Zugabe, ein „Lied ohne Worte“.
Info
Am Freitag, 3. März, gastieren die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und Joseph Moog in der Pirmasenser Festhalle. Beginn ist um 20 Uhr. Karten gibt es unter anderem hier.