Kaiserslautern
„Ein Privileg, immer noch Musiker zu sein“: Interview mit Mark Forster
Nach vielen Verschiebungen spielst du dieses Wochenende endlich in Kaiserslautern. Was bedeutet es dir, hier in deiner Heimat zu spielen?
Eigentlich wäre heute Abend auf dem Betze das größte und wichtigste aller Konzerte gewesen. Das mussten wir ja leider verschieben, nicht wegen Corona oder schlechtem Wetter, sondern wegen des Rasens. Wir hätten es nicht geschafft, den Rasen für das nächste Spiel zu reparieren. Deswegen haben wir es jetzt verschoben auf den 24. Juni in die Fußball-Sommerpause. Mir war es aber trotzdem super wichtig heute in Kaiserslautern zu sein und hier ein Konzert zu spielen. Ich habe überlegt: Was könnte denn ein kleines Trostpflaster sein?
Und wie sieht das Trostpflaster aus?
Die Lösung für uns war, in einem der kleinsten Läden zu spielen, in dem ich früher auch mit meiner Schulband aufgetreten bin. Und meine Schulband ist auch mit dabei und tritt mit mir auf der Bühne auf. Es gibt ein Comeback, nach 18 Jahren spielen wir mit „Geropoco“ wieder ein paar Songs zusammen. Und jeder auf der ganzen Welt darf sich das umsonst anschauen, nämlich per Stream.
Also eine Reunion sozusagen?
Genau. Also es ist schon ein Mark Forster-Konzert und die Reunion ist ein kleiner Part davon. Aber es wird sie geben, und wir sind alle sehr, sehr aufgeregt.
Denkst du, es wird auch ein emotionaler Abend?
Auf jeden Fall. Also es kommen auch ein paar Fans heute Abend nur wegen Geropoco. Auch der Ort. Damals war es für mich ein sehr großer Club, jetzt ist es eher ein kleiner. Aber trotzdem ist es etwas Besonderes, dort auf der Bühne zu stehen.
Normalerweise hättest du heute vor 60.000 Menschen spielen sollen, heute Abend sind es 200. Macht das einen Unterschied, wenn man auf der Bühne ist, oder ist man da voll in seinem Element?
Das macht schon einen großen Unterschied, da muss ich ehrlich sein. 60.000 ist schon noch ein bisschen geiler. Aber es ist trotzdem großartig, nach so vielen Jahren wieder in dem kleinen Club zu stehen. Ich denke dann: Es ist ein Privileg, dass ich immer noch Musiker sein darf. Damals war ich mit meinen Freunden auf der Bühne und wir haben fantasiert, wie es denn wäre, wenn ein Lied mal im Radio läuft oder Leute zum Konzert kommen. Und heute als Ersatz für das Stadionkonzert wieder dort zu spielen, ist für mich auf jeden Fall sehr emotional.
Wie spontan war die Idee eigentlich, ein kleines Konzert zu spielen, nach dem klar war, dass es auf dem Betze erst nächstes Jahr geht?
Wir haben alles versucht, um die Verlegung zu vermeiden. Als aber klar war, dass wir es verlegen müssen, war mir relativ schnell klar, dass ich dann trotzdem hier sein möchte. Die Idee kam dann relativ schnell zustande, und zum Glück sind alle auch spontan genug gewesen, dass wir das auf die Beine stellen konnten. Da muss ich mich auch noch mal bei meinen Partnern bedanken, die mir geholfen haben, diesen Stream auf die Beine zu stellen. Man denkt immer, das ist ganz einfach und man baut ein Handy auf. Aber damit das vernünftig aussieht, ist schon ein Aufwand nötig.
Könntest du dir vorstellen, so etwas öfter zu machen, oder bleibt es bei dem „Lautrer Special“?
Ich mache das ja immer mal wieder, kleinere Geschichten mit Partnern oder Radiostationen. Aber ich finde, man darf es nicht inflationär machen. Wenn ich das jede Woche machen würde, dann wäre es ja nichts Besonderes mehr.
An deiner alten Schule, dem Wilhelm-Erb Gymnasium in Winnweiler, gibt es die Forster Kids. Wirst du ihnen einen Besuch abstatten?
Ich habe mich erkundigt: Die machen jetzt bald Abi dieses Jahr. Ich weiß nicht, ob es dann eine neue Generation Forster Kids gibt oder ob sie einfach an die Uni nach Mainz wechseln (lacht). Der Fakt, dass ich mich da erkundigt habe, hat einen Grund. Aber viel mehr darf ich nicht verraten.
Zum Schluss noch eine sportliche Frage: Wie schlägt sich denn der FCK bisher in Liga zwei?
Mega gut! Jeder FCK-Fan ist gerade ziemlich gut gelaunt. Aber wir dürfen nicht den Fehler machen, jetzt zu denken: Wir steigen jetzt auf jeden Fall auf und alles unter Aufstieg ist enttäuschend. So sind wir FCK-Fans, und ich kann mich davon auch nicht ganz frei machen. Jeder Punkt, den die Mannschaft jetzt einsammelt, ist ein wichtiger Punkt gegen den Abstieg. Es läuft super gut, aber man darf jetzt nicht durchdrehen. Ich schaue jedes Spiel und freue mich gerade auch jede Woche. Das ist eine richtig gute Mannschaft.
Info:
Das Konzert von Mark Forster wird ab 20 Uhr im Live-Stream übertragen (YouTube).