Zungenknoten RHEINPFALZ Plus Artikel Deutsch-französische Kolumne: Kleine fußballerische Nationen-Nachlese

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Martin Graff, Gedankenschmuggler aus dem Elsass, nimmt patriotische Begleitumstände des jüngsten deutsch-französischen Matchs aufs Korn.

Das Fußballspiel Paris-Saint-Germain - Bayern München in Lissabon hat die französische Presse und nicht wenige Politiker der Grande Nation um den Verstand gebracht. Anne Hidalgo, Oberbürgermeisterin von Paris, reiste in die portugiesische Hauptstadt, um den Sieg zu feiern: „On a tous envie de cette victoire. Si Paris gagne, c’est la France qui gagne!“, posaunte sie in die Kameras. Der Traum vom Champions League-Titel wurde als eine Art Weltmeisterschaft verstanden. Frankreich gegen den Rest der Welt.

Il est évident que la maire de Paris ne connaît strictement rien au football. Sie hatte sich nie die Mühe gegeben, die Liste der Spieler zu studieren. Im Pariser Team war kein einziger „Ur“-Franzose, Français de souche, zu finden. Nur zwei Spieler sont nés en France, Kylian Mbappé et Presnel Kimpembe, die Eltern: aus Kamerun, Algerien, Kongo, Haïti. Sogar zwei Deutsche gehörten zum Team, Draxler und Kehrer.

Bei Bayern München sieht es, „nationalistisch“ betrachtet, etwas besser aus. Immerhin fünf Spieler mit deutschem Pass. Aber vier Franzosen spielen in München: Pavard, Tolisso, Hernandez, Coman, qui marqua le but de la victoire. Un ancien du PSG. Also der Kopf eines Franzosen brachte den Sieg. Mérite-t-il la guillotine?

Nicht zu vergessen, dass beide Trainer, Tuchel und Flick, Deutsche sind. Egal ob Paris oder München gewinnen würde, ein Deutscher ist schuld. Auch das wusste Anne Hidalgo nicht. Es ging aber doch schließlich nur um Fußball, egal, ob man was mit München oder Paris am Hut hat. Que les meilleurs gagnent, wie man auf Französisch sagt. Die Besten sollen gewinnen, Punkt, fertig.

Im Nachhinein sah die französische Presse den Tatsachen ins Auge: „Les Bavarois étaient meilleurs.“ Sagen wir genauer: der Sieg war verdient. Eigentlich ist es ganz gut so. Nur das Spiel ist wichtig. Ob man aus Frankreich, Brasilien oder Deutschland kommt, kann uns wurschtegal sein. Aber der jeweilige Patriotismus verwandelt sich auf beiden Seiten in Patr'idiotismus, im wahrsten Sinnes des Wortes, mit einem Bonus für Frankreich.

Personnellement je plaide pour l’agrandissement des Torraumes, in die Breite und in die Höhe. Mehr Tore machen die Spiele einfach spannender.

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