TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Tödliches aus Ludwigshafen, Hamburg – und Saarlouis

Müssen in „Tatort: Der böse König“ den Mord am Betreiber eines Späteinkaufs in der Ludwigshafener Innenstadt aufklären: Lena Ode
Müssen in »Tatort: Der böse König« den Mord am Betreiber eines Späteinkaufs in der Ludwigshafener Innenstadt aufklären: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, links) und Johanna Stern (Lisa Bitter).

Nach Hamburg, München und Wien, ins Saarland und ins Erzgebirge führen die Fernsehkrimis der kommenden beiden Wochen, nach Kroatien und sogar auf die maltesische Insel Gozo. Und ganz nah: nach Ludwigshafen, mitten ins Stadtzentrum.

„Der böse König“ (11. April, 20.15 Uhr, Das Erste), schon der zweite Ludwigshafener „Tatort“ in diesem Jahr, startet mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) am Rathaus-Center. Polizeiautos mit Blaulicht weisen ihr den Weg weiter die Bismarckstraße hinauf, zum eigentlichen Tatort. Im „LU17“, einem kleinen Supermarkt, liegt der Pächter blutüberströmt hinterm Tresen. Mit tödlichen 73 Cent in der Luftröhre, wie sich bald herausstellt.

Ins Visier der Fahndung geraten vor allem zwei Kunden des Spätkaufs: Jannik Berg (Pit Bukowski), ein Stammgast des Irish Pub an der Bahnhofstraße, und Anton Maler (eindringlich: Christopher Schärf), der besonders Kommissarin Johanna Stern (Lisa Bitter) arg zusetzt. Beide machen es den Ermittlerinnen nicht gerade leicht, denn sie sind unzuverlässige Zeugen. Der Krimi ist originell, bietet jedoch erst in der letzten Viertelstunde die ganz große Spannung.

Leider nur zu Beginn und dann wieder gegen Ende spannend ist der NDR-„Tatort: Macht der Familie“ (18. April, 20.15 Uhr, Das Erste), der in Hamburg spielt und dabei so international daherkommt, wie es nur ein Einsatz der Bundespolizei möglich macht. Julia Grosz (Franziska Weisz) wird zur Hauptkommissarin befördert und bekommt als Einsatzleiterin gleich den Druck höherer Verantwortung zu spüren.

Es soll ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen geben und wird mit dem Tod eines verdeckten Ermittlers erst einmal ein Schlag ins Wasser. Bleibt nur noch die Möglichkeit, Marija (Tatiana Nekrasov), eine Ex-Kollegin von Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring), gegen ihre eigene Familie in Stellung zu bringen. Es geht also um undurchsichtige Machenschaften in einem „Tatort“, der wie ein Agentenkrimi aussieht, und zwischen der ersten und der letzten Viertelstunde doch zu sehr durchhängt.

Besser als diese beiden „Tatort“-Folgen, auch wenn die Einschaltquote bei der Erstausstrahlung auf Arte wesentlich geringer ausfallen wird, ist „In Wahrheit: In einem anderen Leben“ (23. April, 20.15 Uhr). Die fünfte Episode der ZDF-Krimireihe um die Kommissare Judith Mohn (Christina Hecke), Freddy Breyer (Robin Sondermann) und (Un-)Ruheständler Markus Zerner (Rudolf Kowalski) führt erst nach Saarlouis, dann nach Saarbrücken und schließlich nach Paris.

Die Ermittlungen wegen einer Vergewaltigung, die Barbara Falk (Anja Kling) angezeigt hat, geraten intensiv, spannend und anrührend. Sie wirken sehr authentisch, nicht zuletzt, weil wir immer ganz dicht bei Kommissarin Mohn sind, die von einer Lena Odenthal gar nicht so weit entfernt ist.

Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
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