TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Neujahr in Ludwigshafen

2025 beginnt in Ludwigshafen: Im „Tatort: Der Stelzenmann“ ermitteln Ulrike Folkerts (links) und Lisa Bitter als Duo Odenthal/St
2025 beginnt in Ludwigshafen: Im »Tatort: Der Stelzenmann« ermitteln Ulrike Folkerts (links) und Lisa Bitter als Duo Odenthal/Stern.

Drei „Sonntagskrimis“ in einer Woche: Das ist unwahrscheinlich und selten, aber möglich. Einen der besten Krimis des zu Ende gehenden Jahres haben die Senderverantwortlichen bis ganz zum Schluss aufgehoben, bevor 2025 in Ludwigshafen eröffnet und in Köln fortgesetzt wird.

Ein origineller „Polizeiruf 110“

Die BR-Kommissare Cris Blohm (Johanna Wokalek) und Dennis Eden (Stephan Zinner, Metzger Simmerl aus den Eberhoferkrimis) ermitteln im „Polizeiruf 110: Jenseits des Rechts“ (29. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste) erst zum dritten Mal gemeinsam. Der Mordfall führt sie in eine juristische Sackgasse und entwickelt sich zu einem hinreißenden Krimi, wie man ihn noch nicht gesehen hat.

Blohm geht eigenwillige und nicht immer nachvollziehbare Wege in einer Münchener „Riesenvilla mit Türmchen“, die außerordentlich sehenswert in Szene gesetzt wird. Nach einem Buch von Tobias Kniebe und in der Regie von Dominik Graf („Fabian oder Der Gang vor die Hunde“) entsteht so ein quirlig lebendiger, origineller und sehr unterhaltsamer, immer wieder überraschender und bis zum Schluss spannender Jahresabschluss-Fall.

Odenthal ermittelt in einem Entführungsfall

Das Jahr 2025 wird mit dem „Tatort: Der Stelzenmann“ (1. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) in Ludwigshafen eröffnet. Die hiesigen Kommissarinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln, unterstützt von ihren neuen Assistenten Mara Herrmann (Davina Chanel Fox) und Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler), in einem Fall von Kidnapping.

Die drängende Suche nach dem verschwundenen Kind steht natürlich im Vordergrund, führt aber nur über den Kidnapper, der die einzige Zeugin „beseitigt“. Der erste „Tatort“ des Jahres startet rasant, lässt später im Tempo nach und bleibt doch spannend. Sein ominöser Titelheld erscheint ungefähr zur Hälfte der Laufzeit, als der Krimi, der zuweilen wie ein böses Märchen ausschaut, sich zum Thriller entwickelt.

Eine Entführung auch in Köln

Wie im „Stelzenmann“ geht es auch im WDR-„Tatort: Restschuld“ (5. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) um einen vorsätzlich herbeigeführten Autounfall, eine Entführung und die mit banger Hoffnung verbundene Frage: „Glauben Sie, er lebt noch?“ Hier wird sie von einem Angehörigen den Kommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) gestellt, die mit ihrem dritten Mann Norbert Jütte (Roland Riebeling) ermitteln.

In dem, nach Kölner Tradition, sozialkritischen Krimi kommen sie lange nicht recht voran, obwohl der (unter anderem mit Katharina Maria Schubert und Roman Knizka) gut besetzte Kreis der Verdächtigen überschaubar bleibt. Entsprechend dem Drehbuch von Karlotta Ehrenberg, die vor zwei Jahren auch hinter dem Ludwigshafener Schul-„Tatort: Marlon“ steckte, verlieren sie dennoch keine Zeit und lassen kaum Langeweile aufkommen.

Unser Fernsehkrimi-Kolumnist: Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimi-Kolumnist: Stefan Otto.
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