TV RHEINPFALZ Plus Artikel Der Fernsehkrimi-Check: Der 25. Fall des Contwiger Autors Wolfgang Stauch

Im „Tatort: Saras Geständnis“ spielt Johanna Wokalek eine aus dem Gefängnis Entlassene , die erneut unter Verdacht gerät.
Im »Tatort: Saras Geständnis« spielt Johanna Wokalek eine aus dem Gefängnis Entlassene , die erneut unter Verdacht gerät.

Der morgige WDR-„Tatort“ und der SWR-„Tatort“ am nächsten Sonntag haben einige Gemeinsamkeiten. Und doch sind sie ganz unterschiedlich.

„Vier Jahre“ heißt der Kölner „Tatort“ (6. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste), weil der Mordfall, um den es darin geht, so lange her ist und Moritz Seitz seit dieser Zeit in Haft sitzt. Bald jedoch meldet sich Ole Stark (Martin Feifel) und gesteht die Tat. „Ich kann damit nicht mehr leben“, sagt er.

Kölner Fall aus Westpfälzer Feder

Die vertrauten Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) bleiben im Hintergrund und ihr Assistent Jütte ganz außen vor, während ein Kreis abgehalfterter Schauspieler als Verdächtige in den Blickpunkt gerät. Allen voran Thomas Heinze, der Polizeichef aus den „Marie Brand“-Krimis, der mit seiner Ex Nina Kronjäger das Schauspieler-Ehepaar Seitz verkörpert. „Das Schauspielerpack macht wieder einen drauf“, beschwert sich eingangs ein Nachbar, als sie mit vielen Gästen – und verkleidet wie zu Fasnacht – lautstark Neujahr feiern.

„Zeugen und Verdächtige, die als Profi-Schauspieler den Ermittlern alles vorspielen können – dieses Spiel und Milieu fand ich für einen Krimi wirklich ergiebig“, erläutert Drehbuchautor Wolfgang Stauch, der im südwestpfälzischen Contwig geboren wurde, in Saarbrücken studiert hat und heute in Berlin lebt. „Vier Jahre“, sein exakt 25. Fernsehkrimi, ist mysteriös und spannend und mit starken Film-Noir-Anklängen der beste Kölner „Tatort“ seit Langem.

Auch Freiburg rollt einen alten Fall auf

Der Freiburger „Tatort: Saras Geständnis“ (13. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste) beginnt im Heidelberger Gefängnis „Fauler Pelz“ mit „Knastkeks“ Sara Manzer (Johanna Wokalek). Nach fünf Jahren Haft wegen Totschlags kommt sie frei. Noch am selben Tag meldet sich ein ehemaliger Polizist bei ihr, der am nächsten Morgen hinterrücks erstochen am Waldrand liegt. Er hat „Hobby-Ermittler gespielt“, wie die Kommissare Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) herausfinden, und zu Hause Akten nicht nur über die ungeklärten Fälle John F. Kennedy oder Olof Palme, sondern ebenso über Manzer angelegt. Jetzt ist sie, kaum entlassen, schon wieder verdächtig.

Wie der Kölner „Tatort“, nimmt auch der dialogreichere, aber recht lebendige Schwarzwald-Krimi der Künstlerin und Autorin Astrid Ströher den alten Fall in den Blick, der überhaupt zur ersten Verurteilung und Haftstrafe führte. Wokalek, selbst gebürtige Freiburgerin, gibt der Verdächtigen eine geheimnisvolle Aura und überzeugt auch als fünf Jahre jüngere Sara vor Antritt der ersten Freiheitsstrafe. Berg und Tobler ermitteln im winterlich verschneiten Freiburg in einem stimmigen Fall ohne echtes Happy End.

Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
Unser Fernsehkrimi-Kolumnist Stefan Otto.
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