Kultur Chanson-„Patriarch“: Jacques Higelin tot

Der französische Chansonnier Jacques Higelin ist tot: Der am 18. Oktober 1940 geborene Sohn eines Elsässers und einer Belgierin starb im Alter von 77 Jahren in Paris. Higelin wurde ab Mitte der 60er Jahre als Schauspieler und Liedermacher bekannt. Er galt als Multitalent, das mühelos zwischen Klavier, Akkordeon und Gitarre wechselte und in rund 30 Kinofilmen mitspielte. In seiner Jugend war er durch den Jazz und Chansonniers wie Léo Ferré und Jacques Brel beeinflusst. Unter dem Einfluss der Rolling Stones versuchte er in den 70ern als einer der ersten französischen Musiker eine Synthese aus Rock und Chanson. Zu seinen Hits gehören „Pars“ (Geh), „Champagne“ (Champagner) oder „Tombé du ciel“ (Vom Himmel gefallen). In seinen Liedern thematisierte Higelin mit charakteristischer rauer Stimme immer wieder die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Menschen oder das Schicksal von Obdachlosen und Flüchtlingen. Bis zu seinem Lebensende veröffentlichte er rund 20 Alben. Sein letztes, „Higelin 75“, brachte er zu seinem 75. Geburtstag im Herbst 2016 heraus. Seine drei Kinder sind ebenfalls künstlerisch tätig : der Sänger Arthur H, die Sängerin Izia Higelin und der Regisseur Kên Higelin.