Fernsehen RHEINPFALZ Plus Artikel Catherine Bode: Mannheimer Schauspielerin als zupackende Allgäuerin

In „Daheim in den Bergen: Väter“ trifft Marie Huber (Catherine Bode) im Stall auf den Vater ihres Kindes, Georg Leitner (Thomas
In »Daheim in den Bergen: Väter« trifft Marie Huber (Catherine Bode) im Stall auf den Vater ihres Kindes, Georg Leitner (Thomas Unger).

Marie Huber ist „Daheim in den Bergen“, so der Titel der Fernsehfilmreihe, in der sie seit 2018 zu sehen ist. Die Schauspielerin Catherine Bode aber, die die heimatverbundene Allgäuer Bergbäuerin verkörpert, kommt aus Mannheim. Ein Gespräch über Heimat und Familie mit der beliebten Schauspielerin.

„Ich bin im Klinikum in Mannheim geboren, wo mein Vater sein Leben lang auch Arzt war“, berichtet die 45-Jährige im RHEINPFALZ-Gespräch. „Aber ich war in Mannheim nur zur Geburt und später immer wieder zum Einkaufen. Aufgewachsen bin ich in Leutershausen an der Bergstraße, bis zum Abitur.“

Für Bode, die vor einem knappen Jahr von Berlin nach Hamburg gezogen ist, ist Heimat nicht an einen Ort gebunden. „Egal, wo ich lebe, wenn ich meine Familie bei mir habe, ist das meine Heimat“, erklärt die vierfache Mutter. „Sie gibt mir Kraft, und von da aus kann ich dann all die Abenteuer begehen, die mein spannender Beruf schönerweise mit sich bringt.“

Den Ziegen hinterher

Die ARD-Degeto-Reihe, in der sie eine Hauptrolle spielt, gehört freilich zum Genre des Heimatfilms, das die Bindung an einen bestimmten Ort oder Lebensraum geradezu voraussetzt. In „Daheim in den Bergen“ ist das Allgäu die Heimat der alteingesessenen Bauernfamilien Huber und Leitner. Die einst in Freundschaft miteinander verbundenen Sippen befinden sich schon seit Beginn der Reihe im Mai 2018 in einem erbitterten Zwist. Lorenz Huber und Sebastian Leitner stehen als Patriarchen einander verbissen gegenüber. Dabei sind längst ihre Kinder Marie und Lisa, die Huber-Mädchen, sowie Florian und Georg, die Leitner-Buebe, wie man im Allgäu sagt, zwischen die deprimierend verhärteten Fronten geraten.

Catherine Bode, die selbst als eine große Schwester aufgewachsen ist, hat in Lisa (Theresa Scholze) auch „Daheim in den Bergen“ eine jüngere Schwester. Lisa hat dem Allgäu zeitweise den Rücken gekehrt, um in München Jura zu studieren, nicht zuletzt, um mit dem erworbenen Rechtswissen streitbar für ihre Familie einzustehen. Für die ältere Marie hingegen wäre es wohl niemals in Frage gekommen, die Heimat zu verlassen. „Sie ist wirklich tief verwurzelt dort im Allgäu, auf diesem Berg und in dieser Hütte“, erläutert Bode die Figur. „Sie ist sehr durch ihre Heimat dort definiert. Da fühlt sie sich sicher und das ist ihr Zuhause.“

Mischung aus Heidi und Geierwally

Marie ist, so könnte man es auch sagen, eine Mischung aus Heidi und der Geierwally, munter, temperamentvoll, selbstgewiss und stark. „Sie rennt den Ziegen hinterher und hat keine Angst vor irgendwelchen Bergen“, führt Bode aus. „Sie ist ein körperlicher Mensch, nicht zimperlich und hat schon immer angepackt.“ Sie selbst sei ihr in dieser Hinsicht recht ähnlich: „Ich bin selber auch ein sehr zupackender Mensch und lasse mir fast ungerne helfen.“

Gleich in der ersten Viertelstunde von „Väter“, der fünften und nächsten spielfilmlangen Folge der Heimatfilmreihe, bringt Marie fast im Alleingang ihr Kind zur Welt. Stilecht bäuerlich – und christlich-weihnachtlich – auf Heu im Stall. Erst in letzter Minute eilt Georg Leitner (Thomas Unger), der Kindsvater, zu Hilfe. Wieder ein schicksalsschwerer Auftakt der beiden neuen Episoden, zumal Lisa und Florian Leitner (Matthi Faust) zu gleicher Zeit ebenso den gemeinsamen Unfalltod der beiden Stammväter Huber und Leitner entdecken. Große Dramen, die in gemächlichem Tempo verhandelt werden.

Debüt als Fliegenpilz

„Die Marie Huber ist die Rolle, die ich jetzt am längsten spiele“, berichtet Bode. „Die ist sozusagen so alt wie meine Zwillinge. Ich weiß noch, ich habe damals die Kinder bekommen und dann kam die Einladung zum Casting.“

Als sie selbst noch ein Kind war, stand Catherine Bode, die Tochter einer Französin und eines Norddeutschen, bereits auf der Bühne. „Wirklich, meine erste Rolle war der Fliegenpilz in der Grundschule.“ Mit 17 Jahren war sie Statistin im frühen Ludwigshafener „Tatort: Falsche Liebe“ von 1992. „Das war mein erster Fernsehauftritt; das erste Mal, dass ich damit zu tun hatte.“ Fast 20 Jahre später war sie wieder in einem „Tatort“ an der Seite von Lena Odenthal zu sehen, diesmal als ausgebildete, professionelle Schauspielerin und Freundin eines pädophilen Verdächtigen.

Arbeit auch als Produzentin

Gleich nach ihrem Abitur in Schriesheim hatte sie die Rhein-Neckar-Region verlassen, um bald darauf Schauspiel an der Essener Folkwangschule zu studieren. 2007 und ’08 spielte sie eine Polizistin in der Sat.1-Forensik-Serie „R. I. S. – Die Sprache der Toten“, die nach einer Staffel schon wieder abgesetzt wurde. 2009 und ’10 stand sie für rund 60 Episoden der Degeto-Telenovela „Rote Rosen“ vor der Kamera. Hauptrollen folgten in der mexikanisch-deutschen Produktion „Reise nach Tulum“ und mit „Ein Sommer in Island“ oder Katie Fforde-Melodramen im „ZDF Herzkino“.

Das Schauspiel sei für sie wie ein „Sahnehäubchen“, sagt Catherine Bode, aber eigentlich interessiere sie „die ganze Torte“: das Filmemachen als solches. „Es ist ja schön, dass ich das Drehbuch kriege und dann vielleicht glänze und alle sich für mich interessieren, aber ich fand schon immer den ganzen Prozess spannend.“ Deswegen hat sie auch als Casterin gearbeitet oder Filme wie „Der Fluss war einst ein Mensch“ ihres damaligen Freundes Jan Zabeil produziert. „Man muss sich nur irgendwann entscheiden“, bedauert Bode. „Wenn man vier Kinder hat und viel als Schauspielerin arbeitet, dann kann man nicht auch noch Produzentin sein.“

Sendetermine

„Daheim in den Bergen: Väter“, Freitag, 12. Juni, „Daheim in den Bergen: Auf neuen Wegen“, Freitag, 19. Juni, jeweils um 20.15 Uhr im Ersten.

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