Kultur
Berge und Käuze
Der Einstand der neuen „Polizeiruf“-Ermittlerin, ein klassischer Psychothriller, drei Bergkrimis und Kauziges aus München wie Weimar. Alles muss man nicht sehen, aber einiges lohnt sich.
Gleich morgen kommt der beste Krimi der nächsten 14 Tage. Der „Polizeiruf 110: Der Ort, von dem die Wolken kommen“ (20.15 Uhr, Das Erste) ist ein sehr vielsprechender Auftakt der neuen Ermittlerin Elisabeth Eyckhoff (Verena Altenberger), der Krimi ist ungewöhnlich, fantasievoll und fesselnd: Eyckhoffs Kollege und Halbbruder Cem Halac (Cem Lukas Yeginer), mit dem sie ein ungewöhnliches Polizei-Duo abgibt, greift einen verwahrlosten und misshandelten Jungen auf, der Rätsel aufgibt. Um seiner Herkunft auf die Spur zu kommen, wird er hypnotisiert und Eyckhoff gleich mit.
„Jenseits der Angst“ (16. September, 20.15 Uhr, ZDF) kann da nicht mithalten und ist gleichwohl ein spannender Psychothriller um eine Modedesignerin (Anja Kling), die sich verfolgt fühlt, Stimmen hört und befürchten muss, den Verstand zu verlieren. Das Drama erinnert, nicht ohne Neuerungen beizusteuern, an „Gaslicht“ beziehungsweise „Das Haus der Lady Alquist“ und ist ebenso deutlich an Hitchcock geschult wie der groß angelegte Ausflug des „Bergdoktors“ Hans Sigl ins Actionthriller-Genre. Auf seiner „Flucht durchs Höllental“ (23. September, 20.15 Uhr, ZDF) ist er anstelle eines zuverlässigen Landarztes ein vergleichsweise unsympathischer, teurer Anwalt, der polizeilich gesucht wird, weil er seiner Tochter etwas angetan haben könnte. Auf einer atemlosen Reise durch die Alpen – von der Zugspitze bis ins Salzburger Land, durchs fiktive „Höllental“ eben – sucht er seinerseits die Tochter. Mit dabei: „Spreewaldkrimi“-Ermittler Christian Redl.
In die nahen Dolomiten führen die beiden neuen „Bozen-Krimis“ „Mörderisches Schweigen“ und „Gegen die Zeit“ (19. und 26. September, jeweils 20.15 Uhr, Das Erste). Leider sind Sonja Schwarz' (Chiara Schoras) Fälle um eine Wasserleiche und eine Entführung sowie den beständigen Kampf gegen die Mafia gerade mal mittelmäßig spannend.
„München Mord“ macht dagegen wieder richtig Spaß. „Die Unterirdischen“ (21. September, 20.15 Uhr, ZDF) sind Mitglieder eines sehr exklusiven Herrenclubs, dem Jochen Schildt (Wolfgang Fierek) vorsteht. „Je glitzernder die Oberfläche, desto finsterer der Untergrund“, weiß Kommissar Ludwig Schaller (Alexander Held) auf der Suche nach dem Mörder eines Sternekochs.
Im Weimarer „Tatort: Die harte Kern“ (22. September, 20.15 Uhr, Das Erste) steht dem Kommissarspärchen Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) diesmal die interne Ermittlerin Eva Kern (Nina Proll) gegenüber, die eingreift, weil aus Lessings Dienstwaffe ein tödlicher Schuss abgegeben wurde. „Die Kern ist ’ne ganz harte, die will’s wissen“, warnt Kommissariatsleiter Kurt Stich (Thorsten Merten) in einem vergnüglichen Krimi-Spiel mit gewohnt launigen Sprüchen und Weimarer Klassiker-Zitaten.