Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Bayern und Ägypten im Historischen Museum der Pfalz

Ludwig I. als Kronprinz 1821: die Originalbüste stammt von Thorvaldsen.
Ludwig I. als Kronprinz 1821: die Originalbüste stammt von Thorvaldsen.

Ein für die Pfalz sehr bedeutender König, eine noch sehr viel berühmtere Königin und eine ganze Weltbevölkerung en miniature: So ließe sich das Programm zusammenfassen, mit dem das Historische Museum der Pfalz sein Publikum nach Speyer locken will.

Drei Säulen tragen nach den Worten von Direktor Alexander Schubert das Programm des Historischen Museums der Pfalz: Die großen kulturhistorischen Ausstellungen wie zuletzt die große Habsburger-Schau, die Mitmach-Ausstellungen für die ganze Familie und die kleineren regionalhistorischen Präsentationen, die gleichwohl die Pfalz in den gesamteuropäischen Kontext rücken. Das gelang mit dem spätrömischen Kaiser Valentinian ebenso wie zuletzt mit dem Thema „Frankreichs Militär in der Pfalz“.

Auch die nächste Sonderausstellung, an der gerade mit Hochdruck gearbeitet wird, gehört genaugenommen in diese dritte Kategorie, hätte aber, wenn denn die weiterhin eingeschränkten Raumverhältnisse des Museum es zuließen, durchaus das Zeug zum Großformat. Mit 450 Quadratmetern wird die Schau „König Ludwig I. – Sehnsucht Pfalz“ jedenfalls eine deutliche größere Fläche bespielen als ihre Vorgängerinnen.

Sehnsucht nach dem Land der Kindheit

Wie kein anderer bayerischer König hat der 1786 geborene Wittelsbacher Ludwig das Gesicht der Pfalz geprägt. Wie kein anderer hat er sich in das in der Folge der Französischen Revolution von 1789 untergegangene „gesegnete Land“ seiner Kindheit zurückgesehnt. Allerdings haben es die von den neuen Ideen aus Frankreich infizierten Pfälzer ihrem König auch nicht immer leicht gemacht. Ludwig und der Dom, Ludwig und die Eisenbahn, Ludwig und die Frauen: Es gibt viel zu erzählen über diesen widersprüchlichen Charakter, den Golo Mann „Europas bedeutendsten Monarchen seiner Zeit“ nannte. Die ihm gewidmete Ausstellung ist ab 17. September zu sehen.

Auch Erwachsene wollen spielen

Vielleicht gibt es ja dann zwei Wochen später auch eine Playmobil-Figur vom Bayernkönig, wenn ab 1. Oktober mit der großen Familienausstellung „We Love Playmobil“ der 50. Geburtstag der berühmten Spielzeugfiguren gefeiert wird.

Vielfältig wie die Welt: Die Playmobil-Figuren vom Ausstellungsplakat.
Vielfältig wie die Welt: Die Playmobil-Figuren vom Ausstellungsplakat.

Längst sind die auch zu Kultobjekten für erwachsene Sammler geworden. Die nach den Jubiläen von 2003 und 2013 mittlerweile dritte Playmobil-Ausstellung verspricht, in neue Dimensionen vorzustoßen – mit animierten Landschaften, Inszenierungen, Lichteffekten und Musik.

Die große weite Welt im Kleinen: Ägypten als Playmobil-Landschaft.
Die große weite Welt im Kleinen: Ägypten als Playmobil-Landschaft.

Aus Kleopatras Perspektive

Bis mit Caesar und Kleopatra das wohl berühmteste Liebespaar der Antike dann die Speyerer Museumsbühne betreten darf, wird es noch eine Weile dauern: Von April bis Oktober 2025 soll dann mit hochkarätigen Objekten und Kunstwerken und und unterstützt von den jüngsten Forschungsergebnissen am Mythos gekratzt werden.

Ägypten real: Kleopatra und ihr Sohn Caesarius am Hathor-Tempel von Dendera.
Ägypten real: Kleopatra und ihr Sohn Caesarius am Hathor-Tempel von Dendera.

Denn die beiden sahen nicht so aus wie Richard Burton und Liz Taylor, und wenn die Nachwelt ein eher negatives Bild von der schönen ptolomäischen Pharaonin hat, dann liegt das eher an der von den (römischen) Siegern dominierten Geschichtsschreibung. Man darf jetzt gespannt sein, wie sich das Ganze aus der weiblichen, aus Kleopatras Perspektive anhört.

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