Zuckerbäckerei Bauwende im Lebkuchenhausbau: Wettbewerb im Mainzer Baukulturzentrum
Vielleicht etwas windschief steht das langgestreckte Haus auf körnigem Grund. In der winterlichen Landschaft spießen karge Zweige, die als Bäume fungieren. Poetisch sieht „La Casa“ aus, wie beweint von süßen Schlieren. Zudem der serielle Einsatz der Baumaterialien (unter anderem Butterkeks) und die modulare Erweiterbarkeit (je nach Appetit), die Gemeinschaftsarchitektur der Wiesbadner Familie Hormazábal Biehl ist bestes Anschauungsmaterial dafür, dass die Bauwende im als heimelig verschrienen Lebkuchenbau angekommen ist. Das heißt auch: der erste Preis beim Lebkuchen-Bau-Wettbewerb des Mainzer Zentrums für Baukultur ist nur folgerichtig. „Vervielfältigung“ war dieses Mal das Thema der überregional ausgeschriebenen Zuckerbäckerkonkurrenz. Ein Sonderpreis „Handwerkliche Ausführung“ wurde bei der Preisverleihungsfeier vor 150 Leuten für ein beleuchtetes Wohnhaus mit Satteldach und Gauben, Balkon und Veranda vergeben, Bauzeit: zwei Monate. Ein Projekt aus Hamburg ist nie in Mainz angekommen und gewann dennoch in der Kategorie „Bestes Making-of-Video“. Die Grundschülerinnen Laura, Bett und Anna überzeugten derweil mit nachhaltigem Materialeinsatz („cradle to cradle“). „Nach 2 Stunden ist das Baumhaus leider zusammengebrochen“, steht auf der Kiste mit der Lebkuchenhausruine obenauf. Ein Foto dokumentiert den Vorherzustand. Das Bruchmaterial wurde in einem sanft schwingenden Zaun verarbeitet. Der dabei angefallene „Abschnitt“, heißt es noch, sei „mmm“-gut gewesen.