Kulturkolumne
50 Zeilen Lesebrücke: Das Jugendbuch „Loop“ von Katja Decher
Sex, Drugs and Techno: Das sind die Hauptzutaten von Katja Dechers „Loop – das Leben feiern“, einer Novelle, mit der der noch junge Haßlocher Baltrum Verlag (gegründet 2019) ins Jahr 2021 gestartet ist. Alles auf Start also, auch für die in Mannheim lebende Journalistin und Autorin, die mit dieser 228 Seiten starken Coming-of-Age-Geschichte ihr erstes Buch in einem Verlag veröffentlicht.
Die 16-Jährige Tari und ihre Clique erleben in den 1990er- Jahren eine ziemlich heiße Jugend, immer auf der Suche nach sich selbst, nach der eigenen Sexualität, nach der eigenen Identität, nach den eigenen Grenzen. Und so steigt Decher gleich mit einer Sexszene ein. Tari und Chris kommen sich in einer Toilettenkabine reichlich nah, doch Tari ist noch nicht so weit. Viele weitere Clubabende, einige Typen, innige Stunden mit Naomi – all das erwartet die Leser an erotischen Erlebnissen Taris noch ...
Katja Decher schreibt absolut unverblümt, authentisch im Slang der 1990er. Nur an wenigen Stellen spürt man, dass der 1980 im Oberhessischen Geborenen die sprachliche Reise in die Vergangenheit, in die Zeit ihrer eigenen Jugend, nicht immer ganz leicht aus der Feder geflossen ist. Und obwohl Sex, Drogen und lange Clubnächte als Kristallisationspunkte ständig präsent sind, geht es Decher in erster Linie um diesen Trip zwischen Leben und Selbstzerstörung, zwischen Freundschaft und Familie, zwischen Verlust und Liebe, den junge Erwachsene nicht nur vor 25 Jahren erlebt und gesucht haben. Und um die Abgründe, die lauern ...
Der Verlag empfiehlt das Buch, das sich in Schreibstil und Form doch deutlich von gängigen Jugendromanen unterscheidet, für Menschen ab 16 Jahren.